MEDIZIN: Referiert

Hepatorenales Syndrom

Dtsch Arztebl 2000; 97(41): A-2706 / B-2326 / C-2158

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LNSLNS Die internationale Aszitesgruppe hat 1996 eine neue Definition des hepatorenalen Syndroms vorgeschlagen, das bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen und fortgeschrittener Leberinsuffizienz beobachtet wird. Bei dieser Erkrankung findet sich in der Niere eine ausgeprägte Vasokonstriktion mit reduzierter glomerulärer Filtrationsrate, während in der extrarenalen Zirkulation eine arterielle Vasodilatation besteht. Das Typ-1-Syndrom, mit Reduktion der Kreatinin-Clearance um 50 Prozent innerhalb von zwei Wochen, weist eine Letalität von über 80 Prozent auf. Das Typ-2-Syndrom, bei dem ein therapieresistenter Aszites im Vordergrund steht, zeigt eine günstigere Prognose.
Ein hepatorenales Syndrom tritt bei rund vier Prozent aller Fälle von dekompensierter Zirrhose auf, mit einer kumulativen Wahrscheinlichkeit von 18 Prozent nach einem Jahr und 39 Prozent nach fünf Jahren. Die Entwicklung eines hepatorenalen Syndroms kann verhindert werden durch prophylaktische Antibiotikagabe, um eine spontane bakterielle Peritonitis zu vermeiden, durch Zufuhr von salzfreiem Albumin, vorsichtigem Einsatz von Diuretika und einer optimalen Flüssigkeitsbilanz. Der Einsatz von Octapressin, Ornipressin, Terlipressin, Octreotid, Dopamin, Noradrenalin/Angiotensin 2 und Misoprostol dient der besseren Nierendurchblutung. Es gibt jedoch bislang keine randomisierten, placebokontrollierten Studien, die den Einsatz von Vasokonstriktiva im Splanchnikusbereich an einem größeren Patientenkollektiv untersucht haben. Letztlich hat die Therapie das Ziel, die Zeit zu überbrücken, bis eine Lebertransplantation möglich ist. w

Dagher L, Patch D, Marley R et al.: Review article: pharmacological treatment of the hepatorenal syndrome in cirrhotic patiens. Aliment Pharmacol Ther 2000; 14: 515–521.

Dr. D. Patch, Department of Liver Transplantation and Hepatobiliary Medicine, Royal Free Hospital, Pond Street, London NW3 2QG, Großbritannien.

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