ArchivDÄ-TitelSupplement: Geldanlage-MagazinGeldanlage 2/2000Boombranche Internet: Gute Tipps für mutige Kapitalanleger

Supplement: Geldanlage

Boombranche Internet: Gute Tipps für mutige Kapitalanleger

Dtsch Arztebl 2000; 97(41): [6]

EB

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LNSLNS Internet-Aktien sind etwas für Anleger mit Risikobereitschaft. Geduld brauchen sie außerdem.


Für Anleger bietet die „Boombranche Internet“ nach Ansicht von Fachleuten hervorragende Möglichkeiten, ihr Geld zu investieren. Dieser Ansicht ist auch Andre Köttner, Experte für High-Tech-Aktien bei Union-Investment, der Fondsgesellschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Anlegern gibt er folgende Tipps:
Wer einen Teil seines Geldes in Internet-Aktien investieren möchte, sollte sich zuvor mit der Funktionsweise des weltumspannenden Netzwerkes vertraut machen. Hilfsmittel sind Grundlagenbücher über das Internet, darüber hinaus Web-Sites, auf denen Basiswissen über das Internet vermittelt wird, und spezielle Magazine (siehe Textkasten).
Anleger sollten von den Wachstumsaussichten des Internets überzeugt sein, wenn sie investieren. Im Grunde müsse man an überproportionale Wachstumsraten innerhalb der nächsten Jahre glauben, da die Bewertung der meisten Internet-Aktien ansonsten schon heute nicht mehr gerechtfertigt sei, meint Köttner. Wer in Internet-Werte investieren möchte, sollte außerdem geduldig sein und sein Geld für mindestens zehn Jahre frei zur Verfügung haben.
Eine Investition in Internet-Aktien ist immer noch mit sehr hohen Risiken behaftet. Niemand weiß derzeit, wie sich die Branche und einzelne Firmen künftig entwikkeln werden. Viele Internet-Unternehmen besitzen nur wenige bewertbare Vermögensgegenstände. Ganz besonders gilt das für Internet-Handelsunternehmen, die zumeist nur über ein Verwaltungsgebäude und einige Lagerstätten verfügen. In den Kursen spiegeln sich daher vor allem die Gewinnerwartungen der Marktteilnehmer für die Zukunft wider. Da sich das Meinungsbild erfahrungsgemäß aber sehr schnell ändern kann, kann es immer wieder zu heftigen Kurseinbrüchen kommen, wenn ein Unternehmen die Gewinnerwartungen der Analysen unterschreitet.
Depot breit fächern
Anleger sollten daher nicht mehr als zehn bis 20 Prozent ihres Aktienvermögens in Internet-Werte stecken. Je älter ein Anleger ist, desto geringer sollte der Anteil ausfallen. Ein Internet-Depot sollte breit gestreut sein und Unternehmen aus allen Internet-Bereichen enthalten, also Infrastruktur, Services und Commerce. Ratschlag: Investieren entlang der gesamten Internet-Wertschöpfungskette. Den Schwerpunkt vieler professionell verwalteter Internet-Depots bilden derzeit die Bereiche Internet-Infrastruktur und -Services. In das Segment Internet-Infrastruktur fallen Hard- und Softwareproduzenten, die maßgeblich am Aufbau des weltumspannenden Netzwerkes beteiligt sind und permanent an dessen Leistungssteigerungen arbeiten.
Im Bereich Internet Services findet man Gesellschaften, die Dienstleistungen rund um das Internet anbieten, etwa Zugang-Provider, Suchmaschinen oder Marketing-Dienste. Besonders solche Service-Unternehmen, die Firmenkunden betreuen, beispielsweise deren Web-Sites gestalten oder die E-Mail-Verwaltung übernehmen, besitzen überdurchschnittliches Wachstumspotenzial. Denn über kurz oder lang dürften alle Unternehmen an das Internet angeschlossen werden.
Den Bereich E-Commerce sollten Anleger sehr kritisch betrachten. Hier gibt es sehr aussichtsreiche Unternehmen. Beispielsweise ist es vorstellbar, dass eines Tages ein Großteil aller Bücher und CDs weltweit über Internet-Händler verkauft wird. Die Gewinnspannen sind aber gering und dürften künftig weiter schrumpfen. Zu begründen ist das mit der enormen Preistransparenz, die das Internet bietet.
Grundsätzlich gilt daher: Auswahl zunächst ausschließlich auf die Marktführer konzentrieren. Marktführerschaft wird in erster Linie am Umsatz gemessen. Bei Internet-Unternehmen spielen aber auch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Im Bereich Infrastruktur beispielsweise sollten Anleger bestrebt sein, den jeweiligen Technologieführer herauszufinden und ihr Geld auf diese Unternehmen zu konzentrieren. In den Bereichen E-Commerce und Services spielt hingegen die Anzahl registrierter Kunden beziehungsweise die Anzahl der Seitenzugriffe eine entscheidende Rolle.
Der Aufbau eines gut strukturierten Depots erfordert Aufwand und Zeit. Insbesondere für Sparer mit kleinen Anlagesummen bieten sich jedoch Alternativen, zum Beispiel Investmentfonds, die in Internet-Aktien investieren. EB


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