ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2000Bundes­ärzte­kammer: Keine „Heimtests“

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Bundes­ärzte­kammer: Keine „Heimtests“

Dtsch Arztebl 2000; 97(42): A-2737 / B-2333 / C-2193

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LNSLNS Hoppe warnt vor frei verfügbaren Gentests.

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe (Foto), hat gefordert, dass nur Ärzte genetische Tests vornehmen sollten. Vor allem bei im Internet angebotenen Heimtests sei weder die fachliche Qualität noch der Datenschutz gewährleistet. Untersuchungen des menschlichen Erbguts könnten falsche Hoffnungen wecken, aber auch gravierende Ängste und Sorgen schüren, wenn sie nicht sachkundig erläutert würden, sagte Hoppe.
Der BÄK-Präsident warf Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Andrea Fischer vor, die Risiken dieser Gentests zu bagatellisieren. Er widersprach der Einschätzung der Ministerin, dass „irgendjemand“ den Test vornehmen könne und auch niemand anders von dem Ergebnis erfahre. Die Gefahren einer kommerziellen Nutzung von Gentests seien offensichtlich. Deshalb habe der Deutsche Ärztetag in diesem Jahr den Gesetzgeber aufgefordert, die durch genetische Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse nicht in den Auskunftsanspruch von Kranken- und Lebensversicherungen zu stellen. Eine Entschließung des Bundesrates gegen die Verwertung von Genomanalysen in der Privatversicherung ist den Ausschüssen zur Beratung zugewiesen worden.
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