ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2000Gesundheitsmarkt – Zukunft: E-Commerce

POLITIK

Gesundheitsmarkt – Zukunft: E-Commerce

Dtsch Arztebl 2000; 97(42): A-2758 / B-2350 / C-2205

Richter, Eva A.

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LNSLNS Der elektronische Handel wird in den nächsten Jahren den
Gesundheitsmarkt revolutionieren

Es wird ein Mega-Markt werden: E-Commerce im Gesundheitswesen. Im Medizinproduktemarkt, der weltweit etwa 300 Milliarden DM umsetzt, davon rund 28 Milliarden in Deutschland, formieren sich in den USA bereits die großen Hersteller in E-Commerce-Partnerschaften. Auch in Deutschland lässt diese Entwicklung nicht mehr lange auf sich warten. Experten prognostizierten auf der MedInform-Veranstaltung des Bundesfachverbandes Medizinprodukteindustrie e.V. (BVMed) „E-Commerce im Gesundheitsmarkt“ Ende September in Berlin, dass in drei bis vier Jahren der Einkauf über das Internet Alltag sein wird.
Vor allem für die Krankenhäuser soll das Internet dann nicht nur ein etabliertes Kommunikationsmedium, sondern ein „normaler“ Beschaffungskanal sein. Kliniken sind eine lukrative Zielgruppe. Mit knapp 100 Milliarden DM stellt das Krankenhaus den größten Wirtschaftssektor im Gesundheitswesen dar. Auch für die Hersteller von Medizinprodukten ist dieser Bereich mit mehr als 16 Milliarden DM Ausgaben für den medizinischen Sachbedarf der wichtigste Markt.
Derzeit nutzen die meisten Krankenhäuser E-Commerce noch nicht. Eine Untersuchung des Centrums für Krankenhausmanagement an der Universität Münster zeigte, dass zwar alle der rund 2 260 Krankenhäuser über einen Internet-Anschluss verfügen, dieser aber meist nur zu medizinischen Recherchen verwendet wird. Nur fünf Prozent der befragten Krankenhäuser haben vage Vorstellungen über die Nutzung des Internets für Lieferabrufe.
Vorteile für Krankenhäuser und Hersteller
Bei der Umstellung auf E-Commerce gehe es nicht darum, über die Bildung von Einkaufsgemeinschaften den Druck auf die Herstellerpreise zu erhöhen, betonte Manfred Beeres, Sprecher des BVMed: „Vielmehr kommt es darauf an, dass Krankenhäuser und Industrie in Kooperation und Partnerschaft das Thema E-Commerce angehen, um eine Win-Win-Situation zu erzielen.“ Bis zu 80 Prozent der Bestellkosten könnten nach der Prognose des BVMed durch konsequente Bestellung der Waren über das Internet und damit effizientere und schnellere Abläufe sowie Datenübertragungen eingespart werden.
Zwischen Krankenhaus und Hersteller sind Handelsplattformen geschaltet, die die Infrastruktur zur Verfügung stellen, Marktinformationen geben und den Einkauf vom Auftrag bis zur Abrechnung managen. Der Handel wird dennoch individuell bleiben. Eine Markttransparenz wird es im Netz nicht geben, das heißt, zwischen Käufer und Hersteller werden geschützte Verbindungen aufgebaut. Somit können Angebote weiterhin individuell ausgehandelt werden. Seit einigen Monaten gibt es auch in Deutschland eine Reihe von Plattformanbietern. Inwieweit sich diese auf dem Markt durchsetzen werden, ist noch nicht zu beurteilen. ER


Einige E-Commerce-Plattformen für den Krankenhausbereich:
www.alldruxx.de (Medizin Forum AG)
www.pedion.de (pedion medicalnet GmbH)
www.ecom-ag.de (eCom Service AG)
www.glomedix.de (GloMediX AG)
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