ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2000Stasi-Verdacht: Rosenbrock wieder im WZB

AKTUELL: Akut

Stasi-Verdacht: Rosenbrock wieder im WZB

Dtsch Arztebl 2000; 97(43): A-2809 / B-2393 / C-2241

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LNSLNS Der Gesundheitsforscher kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück.

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock wird am 1. November wieder die Leitung der Arbeitsgruppe „Public Health“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) übernehmen. Dort wurde ihm im Januar fristlos gekündigt. Anlass war der Verdacht, er habe als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi seinen Arbeitgeber bespitzelt.
Nun haben WZB und Rosenbrock in einer gemeinsamen Erklärung die Beilegung ihres Streits mitgeteilt, zumindest in formaler Hinsicht. Rosenbrock kehrt zurück, teilt sich die Leitung aber mit Dr. Hagen Kühn. Das Wissenschaftszentrum hält die Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin vom Mai nach wie vor für anfechtbar. Dieses hatte die Kündigung Rosenbrocks als unzulässig verworfen. Die Richter waren zu der Auffassung gelangt, die Gründe für die Entlassung habe das WZB „nicht substantiiert dargetan“.
Der Wissenschaftler bleibt dabei, der Verdacht der Stasi-Mitarbeit sei unzutreffend. Er hat der Erklärung zufolge aber der Passage zugestimmt, „dass angesichts des vorliegenden Materials der Verdacht gegen ihn sowohl ernsthaft als auch schwerwiegend erscheinen konnte“.
Eine objektive Aufklärung der Vorwürfe ist derzeit unmöglich, weil zwar Unterlagen eines „IM Maurer“ vorliegen, den der Generalbundesanwalt nach Recherchen der FAZ für identisch mit Rosenbrock hielt. Die Ermittlungen wurden jedoch 1996 eingestellt. Die Unterlagen mit den so genannten Klarnamen der Inoffiziellen Mitarbeiter aus Westdeutschland sind bislang noch nicht ausgewertet.
Prof. Rosenbrock hat im Sommer seine Tätigkeit im Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen sowie in anderen Gremien wieder aufgenommen.
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