ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2000Abtreibungspille: Aus für Mifegyne

AKTUELL

Abtreibungspille: Aus für Mifegyne

Dtsch Arztebl 2000; 97(43): A-2810 / B-2407 / C-2237

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Firma Femagen will Vertrieb wegen zu hoher Kosten einstellen.
Die Firma Femagen im bayerischen Holzkirchen will den Vertrieb der so
genannten Abtreibungspille Mifegyne wegen hoher Verluste Ende des Jahres einstellen. In Deutschland werde bei einem Schwangerschaftsabbruch nur der chirurgische Eingriff hinreichend finanziert. Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Christine Bergmann (SPD) will das Aus für Mifegyne nicht hinnehmen. Sie kündigte an, sich beim Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen dafür einzusetzen, dass die Ärzte eine angemessene Bezahlung erhalten. Der Ausschuss habe die Kosten zu niedrig angesetzt und müsse sich jetzt bewegen. Bergmann hält es für möglich, dass bis Ende des Jahres eine andere Firma den Vertrieb übernimmt.
Die FDP hat in einem Gesetzentwurf gefordert, den Vertrieb für Mifegyne über den herkömmlichen Weg – pharmazeutischen Großhandel und Apotheken – durchzuführen. Außerdem müsse, so der gesundheitspolitische Obmann der FDP, Detlef Parr, über eine angemessene Honorierung der medikamentösen Methode nachgedacht werden. Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Irmingard Schewe-Gerigk, hat vorgeschlagen, die Arzthonorare für einen Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne per Gesetz zu regeln. Diese Pläne stießen jedoch bei der SPD auf Ablehnung.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema