ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2000Medizinstudium: Themenkatalog bedarf der Reform

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Medizinstudium: Themenkatalog bedarf der Reform

Dtsch Arztebl 2000; 97(43): A-2845 / B-2420 / C-2266

Latta, Kay

Zu dem Beitrag „Problemorientiertes Lernen: Eine Chance für die Fakultäten“ von Prof. Dr. med. Winfried Kahlke in Heft 36/2000:
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LNSLNS Die Idee Ihres Lernprojekts ist sehr interessant, die inhaltliche Ausgestaltung muss aber aus kinderärztlicher Sicht sehr kritisch gesehen werden. Unter 73 Themen findet sich nur der Ventrikel-Septum-Defekt als ein primär pädiatrisch relevantes Thema. Die Anpassung des Neugeborenen an das Leben außerhalb des Uterus, die menschliche Entwicklung und ihre Störungen sowie die Pathophysiologie zahlreicher Störungen des Stoffwechsels sind bislang elementare Bestandteile des Studiums, denen zum Beispiel bei der teilweisen Umgestaltung des ersten klinischen Studienabschnittes in eine Seminarform an der MHH sehr wohl Rechnung getragen wird. Sie aber reduzieren die Pädiatrie auf psychogenen Minderwuchs. Übrigens wird die WHO die Poliomyelitis im Laufe der kommenden Jahre eliminieren, sodass deren Bedeutung für die Praxis mehr als fraglich ist. Besser sollte in ihren Fallseminaren explizit der Sinn von Impfungen behandelt werden, da hier in Deutschland einiges im Argen liegt.
So denke ich, dass Ihr Themenkatalog einer dringenden Reform vor Einführung der Reform bedarf.
Priv.-Doz. Dr. med. Kay Latta, Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, 30623 Hannover
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