BRIEFE

WHO: Diskutieren

Dtsch Arztebl 2000; 97(43): A-2846 / B-2438 / C-2266

Seidel, W.

Zu dem Beitrag „World Health Report: Mixtur von harten und weichen Daten“ von Hans-Joachim Maes in Heft 36/2000:
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LNSLNS Der Artikel von Maes stößt am Ende in das gleiche Horn wie die Meinungsäußerung des Kollegen Montgomery. Beide Autoren scheinen offensichtlich gekränkt, dass wir uns nur auf Platz 25 (und nicht auf einem der vorderen Plätze) einer vergleichenden internationalen Skala wiederfinden, und legen dann, nach einiger (berechtigten) Methodenkritik, den Bericht als „blamabel“(Maes) oder als „wissenschaftlichen Humbug“ (Montgomery) zur Seite. Dabei schütten sie aber das Kind mit dem Bade aus und vergeben eine wichtige Chance, die der WHR 2000 eröffnet. Die deutsche Gesundheitsreformdebatte ist durch zwei wesentliche Defizite gekennzeichnet:
- Eine rationale oder gar wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Systemfragen unseres Gesundheitssystems jenseits der Verteidigung von Gruppeninteressen ist in unserem Lande unterentwickelt und findet nur in kleinen Public-Health-Zirkeln statt.
- Die deutsche Systemdebatte beschränkt sich – da wo sie überhaupt stattfindet – immer noch zu sehr auf eine nationale Nabelschau. Selten werfen wir einen Blick über den Zaun und studieren, was unsere Nachbarn erreicht (oder versäumt) haben.
Eine offene und öffentliche Debatte um den Bericht könnte uns in beiden Bereichen weiterbringen. Also, den WHR nicht weglegen, sondern diskutieren!
Dr. med. W. Seidel, Zentralstelle für Gesundheit, DSE, Wallstraße 17-22, 10179 Berlin
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