ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2000Atherosklerose – Sekundärprävention: Argumente für Clopidogrel statt ASS

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Atherosklerose – Sekundärprävention: Argumente für Clopidogrel statt ASS

Dtsch Arztebl 2000; 97(43): A-2871 / B-2441 / C-2286

bl-ki

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LNSLNS Es gilt inzwischen als „good medical practice“, nach einem kardialen, zerebralen oder peripheren atherothrombotischen Ereignis zur Sekundärprophylaxe Acetylsalicylsäure (ASS) zu verordnen. Man geht davon aus, dass dadurch das Risiko für Myokardinfarkte, Schlaganfälle oder vaskulär bedingtes Versterben um etwa ein Viertel reduziert werden kann. Inzwischen wird diskutiert, ob sich die Prognose der Patienten durch spezifische, die Thrombozytenfunktion hemmende Wirkprinzipen noch stärker verbessern lässt.
Die Zukunft gehört nach Ansicht von Prof. Eric Topol (Cleveland/USA) den Thienopyridin-Derivaten, nachdem die oralen GP-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten, auf die man viel Hoffnung gesetzt hatte, in den bisherigen Studien nicht überzeugen konnten. Der potenteste Vertreter dieser Substanzklasse, die ebenfalls(allerdings nicht direkt, sondern via Blockade der Adenosindiphosphat-Freisetzung) die Aktivität der für die Fibrinogen-Vernetzung ver-antwortlichen thrombozytären GP-IIb/IIIa-Rezeptoren hemmen, ist das Clopidogrel.
Die statistisch signifikante Überlegenheit bezüglich der Inzidenz von Myokardinfarkten, Schlaganfällen oder vaskulär bedingten Todesfällen gegenüber ASS wird vor allem durch die randomisiert doppelblind durchgeführte CAPRIE-Studie (Clopidogrel versus Aspirin in Patients at Risk of Ischemic Events) belegt – relative Risikoreduktion 9 Prozent. Teilgenommen hatten 19 185 Patienten nach Schlaganfall oder Myokardinfarkt oder mit einer symptomatischen beziehungsweise bereits invasiv behandelten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.
Verschiedene Subanalysen von CAPRIE, deren Ergebnisse beim diesjährigen wissenschaftlichen Treffen des „American College of Cardiology“ in Chicago präsentiert wurden, dokumentieren, dass bei höherem Ausgangsrisiko, wie beispielsweise bei Patienten nach Bypass-Operation oder mit behandlungspflichtiger Hypercholesterinämie, ein überproportionaler Nutzen (relative Risikoreduktion 29 beziehungsweise 34 Prozent) von der Clopidogrel-Prophylaxe (Plavix®) zu erwarten ist.
Besonders stark war der Unterschied zwischen den beiden Medikationen bei den Diabetes-Kranken. Pro 1 000 Betroffenen konnten statt fünf wie im CAPRIE-Gesamtkollektiv jährlich 21 letale und nicht-letale thromboembolische Ereignisse mehr verhindert werden als durch ASS. bl-ki
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