ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2000Verwaltung: Vermehrt nichtklinische Aufgaben für Ärzte

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Verwaltung: Vermehrt nichtklinische Aufgaben für Ärzte

Dtsch Arztebl 2000; 97(44): A-2923 / B-2483 / C-2326

Swoboda, Walter

Zu dem Beitrag „Verwaltungsaufwand im Krankenhaus: Jeden Tag ein kleiner Roman“ von Jens Flintrop und dem Interview mit dem EDV-Experten Dr. Lutz Kleinholz in Heft 38/2000:
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LNSLNS „ . . . haben die Kliniken Millionen in EDV-Systeme investiert, allerdings vorrangig im Verwaltungsbereich . . .“ Nicht nur vorrangig, sondern fast ausschließlich! Die immer neuen gesetzlichen Vorgaben ließen den Betreibern keine andere Wahl. Für EDV-gestützte Systeme, die dem klinischen Personal die Arbeit wirklich erleichtern und die Medizin verbessern, blieb da oft kein Geld. So führt der Einsatz von Computern im medizinischen Bereich vor allem dazu, dass immer mehr nichtklinische, eigentlich verwaltungstechnische Aufgaben von Ärzten und Pflegern übernommen werden müssen, ohne dass diese dafür einen Ausgleich bekommen würden.
Noch schlimmer: Da sich die Verwaltungssysteme nicht oder nur bedingt dafür eignen, für die Behandlung relevante Daten zu verarbeiten, ist meist eine Mehrfacherfassung notwendig:
Die kodierten Diagnosen und Prozeduren werden für die Kassen dokumentiert, die Einträge in die Patientenakten (ob herkömmlich oder elektronisch) geschieht zum Vorteil des Patienten. Wer wäre schon so kühn, einen Kranken ausschließlich aufgrund der Eintragungen im Verwaltungsprogramm zu behandeln?
Und was hat es mit einer Integration der vorhandenen Informationssysteme auf sich? Wer die derzeit installierten (kommerziellen) Systeme kennt, der weiß, dass dies von den Herstellern gar nicht gewünscht wird. Gegen die verwendeten perfiden Abschreckungsmittel helfen auch HL-7 und DICOM nicht weiter.
Dr. med. Dipl.-Inform. Walter Swoboda,
Stiftsbogen 25, 81375 München
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