ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/1996Krankenkassen müssen Organspender nicht bezahlen

POLITIK: Nachrichten - Aus Bund und Ländern

Krankenkassen müssen Organspender nicht bezahlen

Wortmann

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LNSLNS KASSEL. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen kein Geld an Organspender bezahlen. Wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel in einem Grundsatzurteil entschied, gilt das auch, wenn das Organ von einem engen Verwandten stammt und mit dem Geld gesundheitliche Nachteile und Erwerbseinbußen ausgeglichen werden sollten. Für entsprechende Leistungen der Kassen gebe es keine gesetzliche Grundlage, betonte das BSG. Durch die derzeitige Vermittlung von Spenderorganen über offizielle Einrichtungen werde zudem dem illegalen Organhandel ein Riegel vorgeschoben. (Az.: 1 RK 15/95)
Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts von 1972 müssen die Krankenkassen für die mit der Entnahme oder dem Transport eines Organs verbundenen Kosten aufkommen. Erstmals entschieden die Kasseler Richter nun über einen zusätzlichen Ausgleich für den Spender. In oberster Instanz wiesen sie die Klage eines seit Jahren in Hamburg lebenden Türken ab, der sich 1987 eine Niere seines Bruders hatte einpflanzen lassen. Für den Flug des Bruders nach Deutschland sowie die Krankenbehandlung nach der Entnahme des Organs gab die Kasse 43 275 DM aus. Wortmann
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