ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2000Die somatoforme Schmerzstörung: Katathym imaginative Psychotherapie

MEDIZIN: Diskussion

Die somatoforme Schmerzstörung: Katathym imaginative Psychotherapie

Daigger, Martin

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Ulrich Tiber Egle Dr. med. Ralf Nickel Dr. med. Rainer Schwab Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Sven Olaf Hoffmann in Heft 21/2000
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LNSLNS Ich habe bei Patienten mit einer somatoformen Schmerzstörung gute Erfahrungen mit der katathym imaginativen Psychotherapie (KiP) (katathymes Bilderleben) gemacht. Ein von den Autoren geschilderter Mangel an Symbolisierungsfähigkeit, den ich nicht betätigen kann, lässt sich durch die wiederholte Anwendung der KiP entscheidend verbessern. In der KiP imaginiert der Patient in einem entspannten und entängstigenden Zustand zu einem vom Therapeuten vorgegebenen Motiv, wobei er in ständigem kommunikativem Austausch mit dem Therapeuten steht. Trotz einer emotionalen Abhängigkeit von dem Therapeuten kann der Patient unter dessen Schutz in einem Miteinander von Gleichberechtigten auf dem Bildschirm des Tagtraumes Metaphern und Geschichten hervorbringen (Symptom als Metapher), wobei er in ho-
hem Maß selbstständig (probe-)handeln kann. Dabei kommt es nicht nur
zu einer Schmerzdistanzierung sondern auch zu stabilisierenden Rückwirkungen des symbolischen Bildes auf körperliche Prozesse. Diese „narrativen“ Elemente können auf der Symbolebene deutend bearbeitet werden. Sie können aber auch erzählerisch aufgegriffen werden und in einen lösungsorientierten Behandlungsansatz integriert werden. Gerade durch die Erfahrung, die der Patient in der KiP macht, werden überholte unsichere Bindungsmuster durch sichere ersetzt und autonome Entwicklungsschritte gefördert.

Dr. med. Martin Daigger
Jaderberger Straße 65, 26316 Varel

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