ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 6/2000Datensicherung auf CD-ROM: Keine Preisfrage

Supplement: Praxis Computer

Datensicherung auf CD-ROM: Keine Preisfrage

Dtsch Arztebl 2000; 97(45): [31]

Nietsch, Peter

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LNSLNS Zur Datensicherung werden unterschiedliche Geräte, Programme und Medien angeboten. In letzter Zeit ist der CD-Brenner als Gerät
hinzugekommen. Bei neueren PCs werden Brenner oftmals schon serienmäßig eingebaut.
Das Brennen von Compact Discs (CDs) liegt zurzeit im Trend. Häufigste Anwendung ist die Herstellung eigener Musik-CDs. Angesichts einer Speicherkapazität von 650 MB ist auch für den Arzt zu überlegen, ob die Datensicherung der Praxis ein mögliches Anwendungsgebiet darstellt.
Allerdings gibt es – mit Blick auf die Langzeitarchivie-
rung – noch keine Erfahrungswerte, was die Dauerhaftigkeit und Robustheit der Speichermedien betrifft. Hersteller behaupten, dass sich die Scheiben bei sachgerechter Behand-lung rund 100 Jahre nutzen lassen. Dagegen stehen Befürchtungen, dass durch bestimmte Umwelteinflüsse, etwa hohe Luftfeuchtigkeit oder ultraviolettes Licht, Materialschäden mit der Folge von Datenverlusten entstehen können.
Die Kosten sowohl für einen Brenner als auch für die CDs sind so niedrig wie noch nie. Für etwa 350 DM ist bereits ein Rekorder erhältlich, der auch mehrfach beschreibbare CDs brennt. Andere Geräte sind veraltet und werden kaum noch angeboten.
Bei den Medien, die man auch als CD-Rohlinge bezeichnet, gibt es den Typ Compact Disc Recordable (CD-R) und den Typ Compact Disc Rewritable (CD-RW). Die CD-R kann nur einmal beschrieben werden, Daten lassen sich nicht mehr löschen. Bis zu 1 000mal ist hingegen eine CD-RW neu beschreibbar. 1996 betrug der Preis für eine CD-R noch etwa 30 DM, heute ist der Rohling für rund eine Mark zu haben. Nicht wesentlich teurer sind CD-R mit der Kapazität von 700 MB. CD-RW besitzen einen größeren Nutzwert und sind mit circa 2,50 DM entsprechend teurer. CD-RW gibt es zurzeit nur mit der Kapazität von 650 MB.
Brennersoftware
Texte, Bilder oder Musikfiles werden vom Computer zum CD-Rekorder übertragen. Dort erhitzt ein Laserstrahl Teile des Rohlinges kurzfristig auf etwa 250 Grad und brennt die Daten ein, daher bezeichnet man die Geräte auch als Brenner. Zur Steuerung aller erforderlichen Vorgänge wird ein entsprechendes Programm benötigt. Dies gehört in der Regel zum Lieferumfang eines Brenners, doch bei den Funktionen zeigen sich viele Unterschiede.
Als ein Standard unter den inzwischen zahlreichen Brennerprogrammen hat sich „WinOnCD“ etabliert. Wenn diese Software einem CD-Rekorder nicht ohnehin beiliegt, sollte der Kauf erwogen werden. Das Programm beherrscht alle CD-Formate, wie beispielsweise CD-ROM, Audio-CD und Video-CD. Ferner sind zahlreiche Features, wie CD-ROM-Emulator, CD-Kopie und Bootable-CD, vorhanden. Den Neuling führt ein Assistent durch das Programm, so dass die erste selbstgebrannte CD kein Problem darstellt.
Datensicherungsmethoden
Die Datensicherung auf CD kann je nach Anforderung unterschiedlich durchgeführt werden:
m Geringere Datenmengen lassen sich auf eine CD-R speichern. Dabei beschreibt man diese in mehreren Sitzungen, bis die Kapazität von 650 MB erschöpft ist. Danach beginnt man mit einer neuen CD.
m Größere Datenmengen und umfangreiches Bildmaterial sind besser auf einer oder mehreren CD-RW unterzubringen, weil dort die Daten auch wieder gelöscht und erneuert werden können. Ein Nachteil der CD-RW besteht allerdings darin, dass die CD vor erneutem Wiederbeschreiben erst einmal gelöscht werden muss.
m Ständig wechselnde Daten lassen sich sehr gut im UDF-Dateisystem auf einer CD-RW sichern. UDF steht für Universal Disk Format. Mit diesem Dateisystem muss eine CD-RW erst einmal formatiert werden, danach lässt sie sich wie eine Festplatte ansprechen. Die Formatierung erfolgt mit „Packet-CD“, das zum Lieferumfang von WinOnCD gehört. Aufgrund von dabei gespeicherten Systeminformationen verliert eine CD-RW zwar an Kapazität, es bleiben jedoch immer noch etwa 530 MB an Speicherplatz übrig.
Einfache Handhabung ohne Software
Der Nachteil des Kapazitätsverlustes durch die UDF-Formatierung wird von zahlreichen Vorteilen wieder ausgeglichen. Eine CD-RW im UDF-Format kann wie eine zusätzliche Festplatte angesprochen werden. Dateien, selbst komplette Verzeichnisse, lassen sich von der Festplatte mit der Maus ganz einfach auf das Brennerlaufwerk ziehen und sind dann gespeichert. Dazu wird nicht einmal ein Brennerprogramm benötigt.
Übliche Befehle aus dem Windows-Explorer, wie beispielsweise Ausschneiden, Kopieren, Umbenennen und Löschen, können direkt auf die CD angewandt werden. Die formatierte CD-RW muss dabei im Brenner liegen, mit herkömmlichen CD-ROM-Laufwerken funktioniert das nicht. Wohl aber kann ein normales CD-ROM-Laufwerk eine UDF-formatierte CD lesen. Beim ersten Leseversuch wird dabei automatisch ein Reader installiert. Dieser befindet sich immer auf der formatierten CD-RW und trägt daher zum Kapazitätsverlust bei der Formatierung bei.
Auf einer UDF-formatierten CD-RW sind sämtliche Sicherungsmethoden möglich. Der Anwender kann dazu entweder sein gewohntes Programm verwenden oder per Drag & Drop die Daten auf die CD übertragen. Darüber hinaus ist im Lieferumfang von WinOnCD auch „BackMeUp“ enthalten. Dieses Programm wurde speziell für das UDF-Dateisystem entwickelt und ermöglicht die problemlose Datensicherung von kompletten Festplatten auf eine oder mehrere UDF-CDs.
Peter Nietsch


WinOnCD 3.7 Power Edition
Bezug: CeQuadratGmbH, Dennewartstraße 27, 52068 Aachen, Internet: www.cequadrat.com
Preis: 108 DM
Systemanforderungen: Windows 95 oder 98 oder Windows NT ab 4.0 oder höher.
Brenner: Alle neueren Brenner werden unterstützt. Eine Gesamtliste der unterstützten Brenner und Treiber für neue Rekorder ist über das Internet erhältlich.


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