ArchivDeutsches Ärzteblatt5/1996ZDF-Aktion: „Top im Kopf“

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ZDF-Aktion: „Top im Kopf“

Rentsch, Brita

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LNSLNS Unter Beteiligung der Bundes­ärzte­kammer, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, der Allgemeinen Ortskrankenkassen und der Bayer AG wurde auf Initiative des ZDF eine Broschüre mit dem Titel "Top im Kopf" entwickelt, die am 24. Januar im "Gesundheitsmagazin Praxis" vorgestellt wurde und über die Apotheken an die Bevölkerung abgegeben wird. Unter anderem wird mit der Aktion das Ziel verfolgt, beginnende Hirnleistungsstörungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Zu diesem Zweck wurde der Aufklärungsbroschüre auch ein Spiel ("Der knifflige Turm") beigefügt.
Unter Leitung der Geromed, Witten, einer Organisation, die sich auf die Bearbeitung von geriatrischen und psychometrischen Fragestellungen spezialisiert hat, wurde zusammen mit der Universität Erlangen und dem IFE (Institut für Forschung und Entwicklung) an der Universität Witten/Herdecke das wissenschaftliche Konzept dazu erarbeitet. Als Grundlage für die Umsetzung psychometrischer Aspekte der Messung zerebraler Leistungsdefizite wurde der heute schon vielfach wegen seiner Praktikabilität in der ärztlichen Praxis eingesetzte SKT verwendet. Der SKT ist ein international anerkanntes Verfahren zur Bestimmung von Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen. Es wird in klinischen Studien wegen seiner hohen Validität und Reliabilität zum Wirksamkeitsnachweis medikamentöser Therapien bei der Indikation Demenz eingesetzt.
Analog zu diesem Verfahren wurden die Tests im Spiel zur Messung des Kurzzeitgedächtnisses, der Gedächtnisleistung nach Ablenkung und der Wiedererkennensleistung entwickelt. Nach Ergänzung um einen Suchbildtest und eine 15 Fragen umfassende Symptomselbstbeurteilungsliste wurden alle Tests an die Bedingungen der Selbsttestung und des Spiels angepaßt. In dem Spiel als "Kniffelhürden" eins bis fünf bezeichnet, sind diese fünf Tests in 16 weitere Aufgaben eingebettet, die den Spielspaß erhalten sollen und Elemente eines zerebralen Trainings enthalten. Die an der Entwicklung beteiligten Partner haben bereits zugesagt, die wissenschaftliche Bearbeitung nach ersten Erfahrungen im praktischen Einsatz fortzuführen und so eine Weiterentwicklung sicherzustellen. Es ist davon auszugehen, daß auf Grund der ZDF-Aktion Patienten ihren Arzt aufsuchen, um mit ihm abzuklären, ob krankhafte Veränderungen der zerebralen Leistungsfähigkeit vorliegen.
Das Material der Aktion ist von den Autoren so aufgebaut worden, daß Verunsicherungen über ein wünschenswertes Maß hinaus nicht zustande kommen sollten. Bei allen Anstrengungen, die insbesondere bei der Konstruktion des auszuwertenden Testanteils in dem Spiel von seiten der Wissenschaftler vorgenommen wurden, muß jedoch stets berücksichtigt werden, daß falsch positive wie falsch negative Ergebnisse nicht auszuschließen sind.
Es muß Aufgabe des Arztes sein, nach einer sorgfältigen Anamnese und differentialdiagnostischen Abklärung unter Hinzuziehung psychometrischer Tests festzustellen, ob den durch das Testspiel gegebenen Hinweisen eine diagnostische Relevanz zukommt. Brita Rentsch
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