ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2000Effekte der Trijodthyroninbehandlung auf Kinder nach Herzoperationen

MEDIZIN: Referiert

Effekte der Trijodthyroninbehandlung auf Kinder nach Herzoperationen

Dtsch Arztebl 2000; 97(46): A-3091 / B-2609 / C-2316

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LNSLNS Die Behandlung mit dem Schilddrüsenhormon Trijodthyronin verbessert die Herzfunktion von Kindern nach schweren Herzoperationen deutlich. Dies ist das Ergebnis einer doppelblinden, randomisierten Studie, in der Ärzte der Universitätsklinik Heidelberg die Wirkung einer Hormongabe an 40 Kinder untersuchten, bei denen angeborene Herzfehler unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine operiert wurden. Bei allen Patienten zeigte sich postoperativ zunächst wie erwartet der durch die Suppression der Schilddrüsenhormonsekretion nach Operationen oder kritischer Krankheit ausgelöste Abfall der Plasmakonzentrationen von Thyroxin, freiem Thyroxin, Thyreotropin und Trijodthyronin. Bei den 20 Kindern, denen in den ersten zwölf Tagen nach dem Eingriff einmal täglich 1 mg Trijodthyronin/Kilogramm Körpergewicht infundiert wurde, besserte sich die Herzfunktion signifikant schneller als bei denjenigen, denen statt dessen physiologische Kochsalzlösung als Placebo infundiert wurde. Die Unterschiede etwa in der linksventrikulären Auswurffraktion oder der Myokardkontraktilität zeigten sich am deutlichsten in den er-
sten 24 Stunden postoperativ. Allerdings verkürzte sich für die Studiengruppe auch die Zeit, in der sie intensivmedizinische Behandlung benötigten. Am meisten profitierten die Kinder mit längerer Operationsdauer. Die postoperative Erholung der Schilddrüsenfunktion wurde durch die Hormongabe nicht beeinträchtigt; Nebenwirkungen wie etwa Arrhythmien wurden ebenfalls nicht beobachtet. silk

Bettendorf M et al.: Triiodothyronine treatment in children after cardiac surgery: a double-blind, randomised, placebo-controlled study. Lancet 2000; 356: 529–534.

Dr. Markus Bettendorf, Kinderklinik, Pädiatrische Endokrinologie, Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 150, 69120 Heidelberg, markus_bettendorf@med.uni-
heidelberg.de

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