ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2000Aktuelle Entwicklungen in der Unfallchirurgie: Septische Komplikationen

MEDIZIN: Diskussion

Aktuelle Entwicklungen in der Unfallchirurgie: Septische Komplikationen

Dtsch Arztebl 2000; 97(46): A-3105 / B-2623 / C-2330

Bühler, Matthias

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Martin Ludwig Hansis in Heft 30/2000
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LNSLNS Die Behandlung septischer Komplikationen in der Unfallchirurgie hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, ist konsequenter, radikaler und damit für den Patienten erfolgreicher geworden. Die septische Chirurgie ist ein aus der Versorgung unfallchirurgischer und orthopädischer Patienten nicht mehr wegzudenkender Faktor. Insbesondere an den Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken (zum Beispiel Hamburg, Frankfurt am Main, Ludwigshafen, Bochum, Tübingen und Murnau) werden entsprechende Abteilungen vorgehalten. Die septischen Fälle haben ein Recht auf besondere Behandlung, nur zu oft sind sie jedoch die nur ungern und halbherzig versorgten Probleme am Ende des
OP-Tages, mit Zimmern am Ende des Gangs, versorgt, vom dienstjüngsten AIPler. Wichtig ist, dass nicht irgendjemand irgendetwas irgendwie macht.
Aktuelle Behandlungsbeispiele: Wurde früher ein Weichteilabszess lediglich eröffnet, wird er heute exzidiert, debridiert und entweder unter lokaler Antibiotikatherapie (beispielsweise Septopal, Septocoll, Sulmycin) primär verschlossen, kurzfristig offen oder mit Vakuumversiegelung, gegebenenfalls unter Anwendung der Instillationsvakuumversiegelung, behandelt.
Die Totenlade oft angeführt, doch nur von wenigen Kollegen gesehen oder behandelt, muss von dem eingeschlossenen Sequester befreit werden, scharfe Löffel und Kugelkopffräsen sorgen für lokale Revision, lokale Antibiotikumträger finden adjuvante Anwendung.
Das akute und chronische Gelenk-Empyem wird in der Abteilung für Septische Chirurgie (BGU-Frankfurt a. M., 62 Betten) bereits seit 15 Jahren nicht mehr mit Spül-Saug-Drainage behandelt. Vielmehr erfolgt nach parapatellarer Mini-Arthrotomie und Synovektomie der Einsatz der Jet-Lavage, anschließend die versenkte Implantation resorbierbarer oder nichtresorbierbarer Antibiotikumträger, je nachdem ob eine programmierte Etappenrevision erforderlich wird. Die adjuvante lokale Antibiotikatherapie nach radikaler chirurgischer Behandlung hat eine enorme Verbesserung des Patientenkomforts und gute Ergebnisse erreicht.
Aktuelle Entwicklungen in der Behandlung von Infektionen an Knochen und Weichteilen kommen unter anderem in den septischen Abteilungen der oben genannten Kliniken regelmäßig zur Anwendung, Hospitationen sind möglich.

Dr. med. Matthias Bühler
Abteilung Septische Chirurgie
Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik
Frankfurt am Main
Friedberger Landstraße 430
60389 Frankfurt

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