ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2000Zu wenig Personal: Mehr Todesfälle

MEDIZIN: Referiert

Zu wenig Personal: Mehr Todesfälle

Dtsch Arztebl 2000; 97(46): A-3105 / B-2623 / C-2330

bt

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LNSLNS Über vier Jahre wurde in einer schottischen Intensivstation der Frage nachgegangen, ob und wieweit der Personalbestand einer solchen Station mit den Ergebnissen der Behandlung zusammenhängen mag. Ausgangspunkt war eine auf amerikanischen Studien beruhende Risikoabschätzung für jeden einzelnen Patienten. Dem wurde gegenübergestellt, ob die Station während seines Aufenthalts ausreichend mit Pflegepersonal besetzt war oder nicht (wobei Richtzahlen der britischen Gesellschaft für Intensivmedizin zugrunde gelegt wurden). Die Ergebnisse: Insgesamt starben unter den Schwerkranken (im oberen Viertel des Risikogrades) weniger Patienten als vorhergesehen in der Station oder anschließend im Krankenhaus als zu erwarten war; die Einzeluntersuchung der Fälle zeigte jedoch, dass die Zahl der Todesfälle um so mehr über der möglichen Voraussage lag, je schlechter das aktuelle Verhältnis zwischen Belegung und Personalstand war. Unabhängig von der Risikoabschätzung: Bei guter Personalbesetzung starben 17 Prozent der Patienten, im schlechtesten Fall 45 Prozent. Und im Lauf der vier Beobachtungsjahre verbesserte sich die Besetzung dieser Intensivstation erheblich und erreichte am Ende ungefähr den Idealstand – der Anteil der verstorbenen Patienten sank in der gleichen Zeit von 34 auf 28 Prozent, jeweils auf das Jahr bezogen. bt

Tarnow-Mordi WO, Hau C, Warden A, Shearer AJ: Hospital mortality in relation to staff workload: a 4-year study in an adult intensive-care unit. Lancet 2000; 356: 185–189.

Prof. W. O. Tarnow-Mordi, Neonatology, Westmead Hospital, Westmead, NSW 2145, Australien, william@westgate.wh.usyd.edu.au

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