ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2000Steuertipp: Sanierung absetzbar

VARIA: Wirtschaft

Steuertipp: Sanierung absetzbar

Dtsch Arztebl 2000; 97(46): A-3115 / B-2625 / C-2332

EB

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LNSLNS Wurden beim Bau eines Hauses toxische Substanzen wie zum Beispiel Formaldehyd, lindanhaltige Holzschutzmittel oder Asbest verwendet, können später gesundheitliche Schäden bei den Bewohnern auftreten. Damit noch nicht genug: Häufig verursacht das Entfernen von kontaminierten Gebäudeteilen erhebliche Kosten. Die Deutsche Bank Bauspar AG weist auf einen Erlass des Bremer Senats für Finanzen hin (vom 24. Februar 2000, Az.: S 2284-181), nach dem betroffene Eigentümer das Finanzamt jetzt an den Sanierungskosten beteiligen können.
Kosten, die Eigentümern selbst genutzter Wohnungen durch die Vermeidung oder Behebung gesundheitlicher Schäden infolge von Formaldehyd- und Holzschutzmittelausgasungen entstehen, können als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommensteuer abgesetzt werden. Dies gilt sowohl für die Sanierungskosten der selbst genutzten Wohnung als auch für die Wiederbeschaffungskosten für entsprechende kontaminierte Kleidung oder Hausrat (zum Beispiel Polstermöbel oder Betten). Für die steuerliche Anerkennung dieser Kosten fordert das Finanzamt folgende Nachweise:
- ein ärztliches Attest, aus dem hervorgeht, dass bei den Betroffenen gesundheitliche Schäden bereits eingetreten oder konkret zu befürchten sind, und
- ein Gutachten der zuständigen amtlichen technischen Stelle, in dem der Zusammenhang der Gesundheitsschäden mit den Ausgasungen bestätigt wird.
In dem technischen Gutachten müssen die Quellen der Ausgasungen präzise beschrieben werden. Außerdem muss nachgewiesen werden, welche Maßnahmen für die Sanierung erforderlich sind. Die für die Erstellung des Gutachtens entstehenden Kosten können ebenfalls als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.
Bei Asbestsanierungen muss zusätzlich der Nachweis erbracht werden, dass die Sanierung entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen fachmännisch durchgeführt ist (§ 39 GefahrstoffVO, BGBl. I 1993, S. 1782) und die ausgetauschten Gegenstände sachgemäß entsorgt werden. Auf die Vorlage eines ärztlichen Attests verzichtet das Finanzamt jedoch, da die Gesundheitsgefährdung durch Asbest anerkannt ist.
Die Bank weist darauf hin, dass technische Gutachten unter anderem die Technischen Überwachungsvereine, die amtlich anerkannten Messstellen nach dem Bundesemissionsschutzgesetz und das Bremer Umweltinstitut, Wielandstraße 25, 28203 Bremen, erteilen. EB
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