ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2000Besuch eines Rockkonzerts: Schadenersatz wegen Hörschäden

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Besuch eines Rockkonzerts: Schadenersatz wegen Hörschäden

Dtsch Arztebl 2000; 97(46): A-3120 / B-2647 / C-2453

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LNSLNS Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hat die Klage einer jungen Frau auf Schadenersatz abgewiesen, weil sie nicht beweisen konnte, dass sie während eines Rockkonzerts aufgrund übermäßiger Lautstärke der Musik Hörschäden erlitten hat.
Den Veranstalter trifft zwar die Pflicht, Konzertbesucher durch Vorkehrungen vor Hörschäden durch übermäßige Lautstärke der Musik zu schützen. Allerdings konnte die Klägerin nicht beweisen, dass bei dem Rockkonzert die in einer DIN-Norm festgelegten Grenzwerte überschritten wurden. Die Frau klagte nach dem Konzert über einen Hörsturz. Dieser Umstand lässt aber nicht den Anscheinsbeweis auf eine übermäßige Geräuschentwicklung durch die Musikdarbietung zu, weil der medizinische Sachverständige es nach einer Untersuchung der Klägerin für möglich gehalten hat, dass bei ihr eine Überempfindlichkeit im linken Ohr schon vor dem Konzert vorlag. Er schließt zudem nicht aus, dass der Hörsturz dadurch hervorgerufen worden sein könnte, dass im Abstand von einem Meter ein Pfiff mit 120 dB ertönt. Dieser Wert kann erreicht werden, wenn mehrere Konzertbesucher pfeifen. Auch greife zugunsten der Klägerin eine Beweislastumkehr nicht, die sich ergeben könnte, weil der beklagte Verein während des Rockkonzerts nicht durchgehend den Schallpegel nach dem Messverfahren der DIN 15905, Teil 5, gemessen und die Messergebnisse nicht aufbewahrt habe. Es spreche keine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Schaden durch eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht hervorgerufen wurde. (OLG Karlsruhe, Urteil vom 30. März 2000, Az.: 19 U 93/99) Be
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