ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2000Soldatenschicksal nach dem Krieg

MEDIZIN: Referiert

Soldatenschicksal nach dem Krieg

Dtsch Arztebl 2000; 97(47): A-3182 / B-2695 / C-2502

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LNSLNS In einer epidemiologischen Studie sollte ermittelt werden, ob britische Soldaten, die 1991 am Golfkrieg teilgenommen haben, nach dem Krieg schlechtere Überlebenschancen hatten als ihre nicht am Krieg beteiligten Berufskameraden. Über acht Jahre wurden die Kriegsteilnehmer mit einer Kontrollgruppe verglichen, die zur Zeit des Kriegsbeginns, dem 1. April 1991, anderwärts in den britischen Streitkräften dienten, wobei die Kontrollpersonen sehr exakt ausgewählt wurden – von Alter, Waffengattung, Rang, bis hin zur körperlichen Fitness an diesem Datum. Unter den jeweils über 50 000 Studienteilnehmern waren nach acht Jahren tatsächlich einige Kriegsveteranen mehr verstorben als in der Kontrollgruppe: 395 gegenüber 378, eine Differenz, die allerdings nicht die Signifikanzschwelle erreichte. Zwar auch unter dieser Schwelle, aber immerhin auffallend aber war eine andere Differenz: Von den Kriegsteilnehmern waren weniger an Krankheiten verstorben als unter den Nicht-Kriegsteilnehmern, mehr aber an „äußeren“ Ursachen, vor allem durch Unfälle, insbesondere Verkehrsunfälle. Ähnliche Beobachtungen wurden auch in den USA nach dem Vietnamkrieg gemacht. Sind, so die vorsichtige Frage nach möglichen Ursachen, ehemalige Kriegsteilnehmer durch ihre Erfahrungen vielleicht risikofreudiger geworden? bt

Macfarlane GJ, Thomas E, Cherry N: Mortality among UK gulf war veterans. Lancet 2000; 356: 17–21.

Prof. Gary J Macfarlane, Unit of Chronic Diseases Epidemiology, School of Epidemiology and Health Sciences, Medical School, University of Manchester, Oxford Road, Manchester M13 9 PT, Großbritannien; G.Macfarlane@man.ac.uk

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