ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/1996Zigarettenrauchen und Morbus Crohn

MEDIZIN: Referiert

Zigarettenrauchen und Morbus Crohn

w

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Seit 1984 ist in einer Reihe von Studien gezeigt worden, daß die Raucher häufiger einen Morbus Crohn entwickeln als Nichtraucher. Ob der Nikotinkonsum den Verlauf der Crohnschen Erkrankung beeinflußt, ist bislang nicht untersucht worden.
Die Essener Autoren untersuchten bei 346 Patienten mit Morbus Crohn, die zwischen 1989 und 1992 stationär behandelt worden waren, die Rauchgewohnheiten. Bei den Rauchern lagen die Rezidivraten nach fünf Jahren bei 43 Prozent, nach zehn Jahren bei 64 Prozent, bei Nichtrauchern nur bei 26 beziehungsweise 33 Prozent. Nur für Frauen ließ sich eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Kurve bezüglich der Anzahl der gerauchten Zigaretten nachweisen.
Die Autoren kommen zu dem Schluß, daß das Krankheitsbild des Morbus Crohn durch den Nikotinkonsum ungünstig beeinflußt wird. Da Raucher etwa doppelt so häufig operiert werden mußten wie Nichtraucher, sollte auf einen Verzicht des Nikotinkonsums gedrängt werden. w


Breuer-Katschinski BD, Holländer N, Goebel H: Effect of cigarette smoking
on the course of Crohn’s disease. Europ J Gastroenterol & Hepatol 1996; 8: 225–228
Abteilung für Gastroenterologie, Medizinische Universitätsklinik, Hufelandstraße 55, 45122 Essen

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote