ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2000Arzneimittel: Verschlechterung der Versorgung

BRIEFE

Arzneimittel: Verschlechterung der Versorgung

Dtsch Arztebl 2000; 97(48): A-3254 / B-2750 / C-2556

Dietrich, W.

Zu dem Beitrag „Tücken der individuellen Haftung“ von Prof. Dr. med. Wolfgang J. Brech in Heft 37/2000:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Dem Autor gebührt das Verdienst, einige Probleme der Arzneimittel-Richtgrößen im Ansatz dargestellt zu haben.
Nicht gesagt wird allerdings, was bereits Realität ist: Durch die fehlende Steuerungswirkung der Arzneimittel-Richtgrößen ist es bereits zu einer deutlichen Verschlechterung der Versorgungssituation gerade chronisch kranker Patienten mit innovativen Präparaten gekommen.
Beispiele aus dem dermatologischen Bereich: Orale Antimykotika, Antipsoriatika wie Fumarsäure oder Vitamin-D-Analoga. Diese Medikamente sind beim chronisch Kranken durch die Verordnungsdauer so kostenintensiv, dass sie jegliche Richtgröße sprengen und den Arzt auch bei geringer Zahl entsprechender Patienten in die Regresszone drängen.
Viele Kollegen reagieren gezwungenermaßen bereits mit Verweigerung oder Überweisung der Patienten, zum Beispiel an Universitätskliniken.
Geht man davon aus, dass die Einsparpotenziale im Bereich der niedrigpreisigen Verordnungen zum größten Teil ausgeschöpft sind, so kann der verordnende Arzt nur noch bei Schrittmacherpräparaten einsparen. Es wird auf diese Weise ein negativ-steuernder Effekt mit Einsparung von Schrittmacherinnovationen gerade bei chronisch Kranken bewirkt . . .
W. Dietrich, Gervinusstraße 10, 45144 Essen-Frohnhausen
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema