ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2000Zürich: Kunstgenuss in der Vorweihnachtszeit

VARIA: Feuilleton

Zürich: Kunstgenuss in der Vorweihnachtszeit

Dtsch Arztebl 2000; 97(48): A-3275 / B-2765 / C-2568

Scheiper, Renate V.

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LNSLNS Auf vielen Straßen und Plätzen stößt der Spaziergänger
auf Kunstwerke von Moore bis Tinguely.


Wie ein vom Himmel tropfendes Lichtermeer mit 20 640 Lämpchen wirkt ab 30. November Zürichs Bahnhofstraße – eine Flaniermeile par excellence. In der Bahnhofshalle leuchtet neben dem unter der Decke hängenden Engel der Künstlerin Niki de St. Phalle ein von Lichtpünktchen strahlender und mit 6 000 Kristallornamenten von Swarovski dekorierter Tannenbaum. Der größte Indoor-Christkindelmarkt Europas ist ab 24. November geöffnet.
Zauberhaft ist der Blick auf die zwei Türme des Großmünsters auf der Ostseite der Limmat. Gegenüber grüßt der spitze Turm der Fraumünster-Kirche mit den berühmten Fenstern von Marc Chagall. In beiden Kirchen finden in der Adventszeit Konzerte und Gospelgesänge statt. Musikfreunde kommen aber auch in der Tonhalle mit Aufführungen renommierter Orchester auf ihre Kosten. Nicht zuletzt stößt der Spaziergänger auf Straßen und Plätzen auf Kunstwerke von Moore bis Tinguely.
Durchstreift man westlich der Limmat die schmalen, krummen, sich auf- und ab- windenden Gassen der Altstadt, glaubt man, in einer großen Puppenstube zu sein, vor allem am Adventskalenderhaus. Die Angebote der Kunst- und Antiquitätengeschäfte, die geschmackvoll dekorierten Auslagen der Mode-, Uhren- und Pelzgeschäfte laden zum Kaufen ein. Nicht zu vergessen die vielen Cafés und Restaurants in oft alten Fachwerkhäusern, in denen sich Eindrücke gut verdauen und weitere Pläne für Besichtigungen schmieden lassen.
38 Museen machen die Auswahl nicht leicht. Priorität hat jetzt jedenfalls die bis zum 7. Januar 2001 zu sehende Ausstellung „Leonardo da Vinci“, im Landesmuseum gegenüber dem Bahnhof, die mindestens einen halben Tag beansprucht. Die Werke dieses so vielseitig veranlagten Genies – Wissenschaftler, Erfinder, Künstler –, der vor mehr als 500 Jahren bereits den Prototyp des Hubschraubers konstruierte und großartige Gemälde schuf, ziehen jeden Besucher in ihren Bann.
In der Kunsthalle findet bis zum 31. Dezember eine Ausstellung des amerikanischen Malers Richard Phillips statt, und parallel sind bis zum 21. Januar 2001 unter dem Titel „Wahnhafte Wirklichkeit“ Werke von Dalí bis Jeffs Koons zu sehen; im Kunsthaus hinter dem Großmünster bis 14. Januar 2001 eine Jawlensky-Ausstellung.
Kaum bekannt ist das besonders für Ärzte überaus interessante Medizinhistorische Museum der Universität, das außer der Geschichte von Infektionskrankheiten auch die der Medikamentenentwicklung zeigt, frühe chirurgische Eingriffe und Patientenbehandlung. Auch die ebenso wenig bekannte, weltweit beste Moulagen-Sammlung ist sehenswert mit den plastischen, vom Patienten abgeformten krankheitsbedingten Hautveränderungen. Ausgestellt sind auch gute historisch-histologische Zeichnungen.
Außergewöhnlich ist auch das in den kulturellen Rahmen passende Bauhausstil-Hotel „Rigihof“ im Universitätsviertel. Von der Rezeption über Tagungsraum und Restaurant bis zu den Zimmern ist jedes Detail ein Kunstgenuss. Jeder der großzügigen Räume ist in der künstlerischen Ausgestaltung einer Persönlichkeit gewidmet, die mit Zürich im Zusammenhang steht, wie Wilhelm Conrad Röntgen, Carl Gustav Jung, Thomas Mann und Max Frisch. Renate V. Scheiper


Lichtermeer über der Bahnhofstraße


Statue von Niki de St. Phalle in der Bahnhofshalle


Informationen: Schweiz Tourismus, Rossmarkt 23 60311 Frankfurt/Main, Telefon: 0 69/25 60 01 32
Fax: 0 69/25 60 01 38; E-Mail: Medien@schweiz.de
Internet: www.MySwitzerland.com
Zürich Tourismus, Bahnhofbrücke 1, CH-8023 Zürich Telefon: 00 41/1/2 15 40 00 Fax: 0041/1/2154099
E-Mail: information@zurichtourism.ch
Internet: www.zurichtourism.ch
Zum Thema Weihnachten: www.zurichtourism.ch/d/ang023.htm
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