ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2000Leichenschau: Brisanter Bericht

VARIA: Bücher

Leichenschau: Brisanter Bericht

Dtsch Arztebl 2000; 97(48): A-3276 / B-2757 / C-2444

Petersen, Simone

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LNSLNS Sabine Rückert: Tote haben keine Lobby. Die Dunkelziffer der vertuschten Morde. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 2000, 304 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 39,90 DM
1998 erschien eine kurze Meldung in mehreren deutschen Tageszeitungen: „Jeder zweite Mord bleibt unentdeckt.“ Das war das erschreckende Ergebnis einer Tagung von Rechtsmedizinern. Das Buch bestätigt diese alarmierende Nachricht; es ist ein brisanter Bericht über mangelnde Rechtssicherheit in Deutschland.
Das Gesetz verpflichtet jeden Arzt zur Leichenschau. Im Allgemeinen ist es der Notarzt oder der Hausarzt, der bei einem Todesfall gerufen wird. Beim Hausarzt steht nicht selten das besondere Vertrauensverhältnis zu den Angehörigen einem gewissenhaften Vorgehen bei der Leichenschau entgegen. Diese könnten sich dadurch verletzt fühlen. Manchmal ist es auch Unwilligkeit oder Sorglosigkeit des herbeigerufenen Arztes, die es Tätern leicht machen, unerkannt zu bleiben. Das Buch beschreibt Ärzte auch als privilegierte Täter, wenn zum Beispiel der behandelnde und der leichenschauende Arzt identisch sind.
Die Autorin zeigt auf, wie die Gerichtsmedizin zunehmend ins Abseits gedrängt wird. Ein Sachbuch, das unter die Haut geht. Simone Petersen
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