ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2000Niederlande: Sterbehilfe legalisiert

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Niederlande: Sterbehilfe legalisiert

Dtsch Arztebl 2000; 97(49): A-3298 / B-2776 / C-2464

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LNSLNS Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer lehnt aktive Euthanasie ab.

Das erwartungsgemäß mit großer Mehrheit vom niederländischen Parlament verabschiedete Euthanasie-Gesetz (dazu Heft 45/2000) ist auf scharfe Kritik gestoßen. Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, erklärte, aktive Sterbehilfe bleibe für Ärzte in Deutschland tabu. Sie stehe in krassem Widerspruch zu den ethischen Prinzipien des Arztberufes. Aufgabe des Arztes ist es, so Hoppe, Leiden zu lindern und dem Sterbenden bis zum Tod beizustehen. Er betonte gleichzeitig, dass die ärztliche Verpflichtung zur Lebenserhaltung nicht unter allen Umständen bestehe. Maßnahmen zur Verlängerung des Lebens dürften in Übereinstimmung mit dem Willen des Patienten unterlassen werden, wenn diese nur den Todeseintritt verzögerten und die Krankheit in ihrem Verlauf nicht mehr aufgehalten werden könne.
Die Bestätigung des niederländischen Gesetzes durch den Senat gilt als Formsache. Auch dort verfügen die Befürworter des Gesetzes über eine Mehrheit. Justizminister Benk Korthals sagte, ein Gesetz, das den „überlegten“ Sterbewunsch todkranker Menschen achte, habe „seinen Platz in einer erwachsenen Gesellschaft“.
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