ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2000Methadon: Statistische Fehler wahrscheinlich

BRIEFE

Methadon: Statistische Fehler wahrscheinlich

Burger, Martin

Zu dem Beitrag „Steigende Akzeptanz“ von Dr. med. Paul Rheinberger und Gabriele Sander in Heft 36/2000:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Ein Anstieg der Patientenzahlen von 1999 auf 2000 ist mitbedingt durch die Umstellung von der Codeinsubstitution auf Methadon im Rahmen der BtmG-Änderungen. Darüber hinaus hat die Methadonsubstitution eine weiterhin steigende Akzeptanz in den Kreisen der Betroffenen gefunden: Aber auch in „gut versorgten“ Gebieten sind maximal ein Drittel aller Heroinabhängigen in die Substitution gegangen – die vielen nicht erreichten Süchtigen füllen nach wie vor Straßen und Plätze in Deutschlands Städten. Auch die leider steigende Zahl der Drogentoten spricht eine deutliche Sprache; die Behandlung ist – nach wie vor – mit zahlreichen Hürden für Betroffene und Behandler versehen. Von einer Verbesserung als Folge der neuen Richtlinien kann ich nun gar nichts erkennen! In die Statistik gehört auf jeden Fall die (geschätzte) Zahl der Drogenabhängigen in den einzelnen Bereichen, um eine steigende Akzeptanz der Behandlungen zu belegen.
In der Statistik fehlt auch die „Dunkelziffer“ der Privatbehandlungen aufgrund von Ablehnungen, erst gar nicht gestellter Anträge oder auch weil der Arzt, wegen der erforderlichen Anträge, erst gar nicht als Kassenbehandler auftritt. Bei Betrachten der Anzahl substituierender Ärzte fällt auf, dass der Zuwachs lediglich in den Bereichen der KV Bayerns, Nordrhein und Westfalen-Lippe aufgetreten ist. Zumindest in unserem Bereich (Westfalen-Lippe) ist ein Zuwachs von 50 Ärzten, die eine über vielleicht fünf hinausgehende Zahl von Patienten behandeln, nicht glaubhaft. Ich halte hier statistische Fehler bei den Zahlen für wahrscheinlich . . .
Dr. med. Martin Burger, Verein zur Förderung der Therapie abhängig Erkrankter, Hüfferstraße 8, 48149 Münster

Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote