ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2000Methadon: Unerträgliche Beschönigung

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Methadon: Unerträgliche Beschönigung

Dtsch Arztebl 2000; 97(49): A-3332 / B-2800 / C-2485

Triebel, Andreas

Zu dem Beitrag „Steigende Akzeptanz“ von Dr. med. Paul Rheinberger und Gabriele Sander in Heft 36/2000:
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LNSLNS Ihrer völligen Fehlinterpretation der Daten zur Substitution muss ich widersprechen: Die neuen Richtlinien zur Substitution haben uns weit zurückgeworfen. Was unter Seehofer möglich war, geht jetzt schon lange nicht mehr. Ein Wust von Bürokratie ist uns auferlegt worden. Viele Ärzte haben resigniert und substituieren nicht mehr. Lediglich unerfahrene Ärzte sind von den KVen geworben worden mit der Bitte, doch in die Substitution mit einzusteigen. Die meisten von ihnen werfen aber nach einiger Zeit entnervt das Handtuch. Die Arbeit ist sehr viel schwieriger, als es zunächst scheint, und die neuen Richtlinien machen die Arbeit teilweise unmöglich. Die Kommissionen, die paritätisch aus Krankenkassen und Ärzten zusammengesetzt sind, sodass die Krankenkassen ein Vetorecht haben, fassen haarsträubende Beschlüsse, zum Beispiel wird der Begriff chronische Hepatitis völlig abwegig definiert, sodass viele Patienten nicht substituiert werden können.
Die Stöckchen werden von den Kommissionen so hoch gehalten, dass plötzlich die graue Substitution zu einem Flächenbrand geworden ist. Das heißt, der Süchtige bezahlt sein Methadon beim Arzt mit Bargeld.
Natürlich können Sie dies alles verschweigen, der legalen Substitution ist damit aber nicht gedient, und ganz unerträglich ist die Beschönigung der Situation durch das politische Personal.
Dr. Andreas Triebel, Dr.-Ruer-Platz 1, 44787 Bochum
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