ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2000Sport-Gymnastik: Durch spezielles Training verstärkt

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Sport-Gymnastik: Durch spezielles Training verstärkt

Saur, Petra

Zu dem Beitrag „Hypermobilitätssyndrom: Olympisches Gold für pathologische Eleganz" von Prof. Dr. med. Fritz Schilling in Heft 43/2000:
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LNSLNS Prof. Schilling macht in seinem Artikel deutlich, dass in der rhythmischen Sport-Gymnastik eine vorhandene Hypermobilität nicht nur erworben, sondern auch genetisch vorgegeben ist. Im gesamten Bereich des Kunstturnens wird also eine vorhandene Hypermobilität noch durch ein spezielles Training verstärkt. Dabei wird – nach den Kriterien des Landessportbundes Nordrhein Westfalen – die turnerische Ästhetik vor allem durch das Ausnutzen maximaler Bewegungsamplituden bestimmt. Es existieren darüber hinaus Leistungsvoraussetzungstests des Deutschen Turnerbundes für Kinder ab sieben Jahren, die zweimal jährlich als Pflichtwettkämpfe im Kunstturnen zu absolvieren sind und ein wichtiges Auswahlkriterium für die Kadernominierung darstellen. Diese Tests enthalten ausnahmslos Übungen, in der eine Hypermobilität gefordert und erwünscht ist.
Solange Hypermobilität noch als ästhetisch gilt, weltweite Sportorganisationen eine pathologische Hypermobilität als notwendige Voraussetzung für den sportlichen Erfolg fordern und Ärzte erst bei auftretenden Beschwerden der Sportlerinnen und Sportler konsultiert werden, wird olympisches Gold weiterhin für eine pathologische Eleganz verliehen werden.
Priv.-Doz. Dr. med. Petra Saur, Georg-August-Universität Göttingen, Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin, Robert-Koch-Straße 40, 37070 Göttingen

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