ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2000Anthroposophische Arzneimittel

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Anthroposophische Arzneimittel

Dtsch Arztebl 2000; 97(49): A-3336 / B-2812 / C-2611

Burkhard, Barbara

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LNSLNS Anthroposophie
Kritische Bewertung
Barbara Burkhard: Anthroposophische Arzneimittel. Eine kritische Betrachtung. PZ-Schriftenreihe, Band 10, Govi-Verlag, Eschborn, 2000, 176 Seiten, kartoniert, 32,85 DM
Außerhalb anthroposophischer Kreise sind die ideologischen Grundlagen, die Auswahl der Arzneistoffe, die Herstellungsverfahren und Indikationen der anthroposophischen Medizin kaum bekannt. Ihr Begründer, der Philologe Dr. Rudolf Steiner, verstand seine Medizin als Erweiterung der naturwissenschaftlich orientierten Medizin um „geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte“. Die Autorin, Fachärztin für Innere Medizin und Gutachterin für unkonventionelle Therapieverfahren beim Medizinischen Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung in Bayern, zeigt Steiners Bild von Mensch und Krankheit auf, aus dem er seine individuellen Therapieempfehlungen ableitete. Bewusst zitiert sie über weite Strecken anthroposophische Texte im Original. Der heute befremdlich anmutende Sprachstil – untrennbar verwoben mit dem Inhalt – gibt dem Leser die Möglichkeit, Steiners Gedankenwelt sozusagen von innen zu erforschen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Am Beispiel der Mistel, einem weit verbreiteten Element der anthroposophischen Medizin, weist die Autorin nach, wie vor dem Hintergrund der Anthroposophie ein Mythos gestaltet wurde, der die heutigen Anwender in Widersprüche verwickelt. Denn entgegen Steiners Dogma werden Mistelpräparate heute vorwiegend außerhalb eines anthroposophischen Therapiekonzeptes eingesetzt. Der Versuch einer naturwissenschaftlichen Bewertung anthroposophischer Arzneimittel ist der Autorin hervorragend gelungen.
Julia Rautenstrauch


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