ArchivDeutsches Ärzteblatt49/200050 Tage intensiv. Oder: Die menschliche Würde im Krankenhaus

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50 Tage intensiv. Oder: Die menschliche Würde im Krankenhaus

Strätling-Tölle, Helga

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LNSLNS Patient im Krankenhaus
Keine Routine für Betroffene
Helga Strätling-Tölle (Hrsg.): 50 Tage intensiv. Oder: Die menschliche Würde im Krankenhaus. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main, 2000, 192 Seiten, kartoniert, 29,80 DM
Langzeitbeatmung aufgrund respiratorischer Insuffizienz bei vorbestehender posttuberkulöser Lungenerkrankung – Routinefall für eine Klinik der Maximalversorgung. Kein Routinefall für den Betroffenen, der eindringlich und plastisch seinen Weg an der Grenzzone zum Tod im Lungenversagen schildert, auch seine Empfindungen und Gedanken während eines Durchgangssyndroms, des häufigen Begleiters einer längeren Intensivtherapie. Bedrückend die Schilderung der Ehefrau, die durch die plötzliche Erkrankung aus ihrer Lebensbahn geworfen wird und die Hilflosigkeit der Angehörigen erfährt. Die direkte und ehrliche chronologische Schilderung macht betroffen und lehrt das Nachdenken über Gefühle und Konflikte, die eine derartige Situation für die Beteiligten bedeutet.
Ergänzt wird dieser Bericht durch Kommentare von denjenigen, die sich beruflich mit Behandlung, Pflege und seelsorgerischer Betreuung der Patienten befassen. In diesem Teil wird zwar versucht, die Konflikte und Fehler zu analysieren, doch beim Lesen schleicht sich die Kälte der Professionalität ein, die auch auf Intensivstationen durch die dominierende Apparatemedizin vorherrscht. Trotzdem ein wichtiger Versuch, die Rolle der Angehörigen, Pflegenden und Ärzte nicht nur unter dem Aspekt der Bewältigung eines Organversagens zu analysieren und Schwachpunkte aufzudecken. Thomas Böhmeke
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