Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Klinische Geriatrie
Umfassende Darstellung
Thorsten Nikolaus (Hrsg.): Klinische Geriatrie. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg u. a., 2000, XXII, 922 Seiten, 182 zum Teil farbige Abbildungen, 157 Tabellen, gebunden, 289 DM
Nikolaus und seine Mitherausgeber legen eine erfreulich umfassende, gut strukturierte und modern gestaltete Darstellung der klinischen Geriatrie vor. Obgleich das Buch, wie es im Vorwort heißt, für Medizinstudenten, in der Praxis tätige Ärzte und Geriater selbst geschrieben wurde, ist es aufgrund der detaillierten Abhandlungen der einzelnen Teilgebiete doch wohl vorwiegend für letztere Gruppe geeignet. Angesichts der demographischen Entwicklung wird diese Gruppe allerdings innerhalb der Medizin mit die stärksten Zuwachsraten verzeichnen.
Das Buch lässt wenige Fragen offen. Klinische Alltagsprobleme werden ebenso beleuchtet wie ethische und rechtliche Aspekte; dem Problem der Pflegeversicherung wird ein eigenes Kapitel gewidmet, desgleichen den Pflichtschlagworten „Qualitätssicherung“ und „Evidence based medicine“. Die jedem Kapitel vorangestellte, farblich abgehobene Zusammenfassung verdient ihren Namen in den meisten Fällen. Die Abbildungen sind durchgehend dreifarbig (schwarz-weiß-blau), Freunde von mehrfarbigen Abbildungen kommen sicher etwas zu kurz.
Einige Punkte scheinen im ersten Kapitel verbesserungswürdig. Dort ist die Abfolge der behandelten Schwerpunkte – zunächst Prävention, dann Epidemiologie, anschließend die Grundlagenforschung, worunter aber vor allem klinische Studien verstanden werden – etwas unglücklich. Die biologischen Alterstheorien stellen keinen Schwerpunkt eines klinisch ausgerichteten Buches dar, hätten jedoch angesichts der rasanten Fortschritte der Wissenschaft und des allgemeinen Interesses an diesem Gebiet auch hier eine etwas genauere Darstellung verdient.
Im Kapitel Assessment hätte man sich auch eine Standard-Checkliste für den klinisch tätigen Geriater gewünscht. Die detailgenaue Darstellung von Spezialtests für Patienten mit spezifischen Problemen ersetzt eine solche Standard-Checkliste, die zunächst bei jedem geriatrischen Patienten angewendet werden könnte, sicher nicht.
Insgesamt handelt es sich aber um eine umfassende Darstellung der aktuellen klinischen Geriatrie. Das Buch könnte zu einem Standardwerk auf diesem Gebiet werden. Heiner Greten
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote