ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2000Neuer Test für die Praxis
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LNSLNS Die Behandlungschancen sind bei Demenz umso besser, je früher die Diagnose gestellt und eine gezielte Therapie begonnen wird. Nicht immer aber ist es in der Praxis einfach, die Frühsymptome zu erfassen. Denn die Patienten neigen dazu, leichtere Einbußen der kognitiven Leistungsfähigkeit zu verschleiern und zu versuchen, diese durch ihr Verhalten zu kompensieren. Das gelte auch für Defizite in der Alltagskompetenz, berichtete Dr. Hartmut Lehfeld (Erlangen) bei einem Symposium der Firma Dr. Willmar Schwabe anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Aachen.
Stellt sich der Verdacht auf eine beginnende Demenz ein, so kann dieser nach Lehfeld erhärtet werden, indem man den Patienten zum Beispiel bittet zu zeigen, wie er einen Scheck ausstellt oder wie er ein Telefon benutzt. Zeigen sich bei solchen Handlungen, die dem Patienten vertraut sein sollten, Auffälligkeiten, sollte die Diagnose über psychometrische Testverfahren gesichert werden. Nicht sämtliche Testverfahren aber eigneten sich zur Früherfassung der Demenz, so Brigitte Grass-Kapanke (Rheinische Landeskliniken Düsseldorf).
Die Diplom-Psychologin hat zusammen mit Privatdozent Dr. Ralf Ihl (Düsseldorf) einen neuen Test mit dem Kürzel TFDD erarbeitet. Das Akronym steht für Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung. „Er basiert auf Fragen, die speziell bei der Früherkennung der Demenz Aussagekraft haben“, betonte Grass-Kapanke. Doch der TFDD realisiert nicht nur die frühe Diagnosestellung, er erlaubt gleichzeitig die Abgrenzung zur Depression und lässt sich auch zur Erfassung des Schweregrads der Störung einsetzen sowie zur Verlaufskontrolle.
Der Test ist mit anderen Testverfahren evaluiert worden und hat eine gute Sensitivität und Spezifität. Er lässt sich in der Praxis in fünf bis zehn Minuten durchführen, kann an geschultes Hilfspersonal delegiert werden und ist leicht auswertbar. CV
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