ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2000Urteile in der Kfz-Versicherung

Versicherungen

Urteile in der Kfz-Versicherung

Buner, Wiebke

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LNSLNS - Falsche Beratung kann ins Geld gehen
Lässt sich ein Patient nach einem unverschuldeten Unfall privat behandeln, weil ihm sein Arzt fälschlicherweise erklärt hatte, dass die Behandlung nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt würde, so muss die gegnerische Haftpflichtversicherung die Kosten nicht übernehmen, weil sie nicht für die Falschauskünfte eines Arztes einzustehen braucht. (Amtsgericht Dortmund, Az.: 113 C 14253/97)
- Keine Zeugen für Wildunfall – kein Schadenersatz
Behauptet ein Autofahrer, der auf einer Landstraße einen Unfall hatte, gegenüber seiner Versicherung, dass er einem Wild ausgewichen sei, hat er dafür aber keine Zeugen und ist es auch zu keinem Zusammenstoß mit dem Tier gekommen, so muss die Teil-Kaskoversicherung den Schaden nicht begleichen. (Oberlandesgericht Jena, Az.: 4 U 1639/98)
- Nach Diebstahlsversuch ist „der Lack ab“
Nach einem Diebstahlsversuch an einem Pkw leistet die Teilkaskoversicherung nur für Schäden, die tatsächlich durch den Klauversuch entstanden sind. Wird auch der Lack an Motorhaube und Kotflügel in Mitleidenschaft gezogen, so ist das ein Vandalismusschaden, der nur von der Vollkaskoversicherung übernommen wird. Das hatte hier zur Folge, dass statt der geforderten 1 900 DM nur 275 DM erstattet wurden. (Landgericht Kiel, Az.: 8 S 226/98)
- Auf mitfahrende Kinder aufpassen
Steigt ein (hier: 11-jähriges) Mädchen aus dem Auto ihrer Mutter, das in einer Einbahnstraße in Fahrtrichtung auf der linken Seite parkt, nach rechts aus, und zerkratzt es dabei einen von hinten kommenden Pkw, so muss die Kfz-Haftpflichtversicherung der Frau für den Schaden aufkommen, da sie als Fahrzeugführerin für ihre Tochter verantwortlich ist (Verletzung der Aufsichtspflicht). (Landgericht Mainz, Az.: 6 S 15/98) WB
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