ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2000Keine tödliche Krankheit
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LNSLNS Realitätsferner Bericht über Lupus erythematodes in der Sendung „Frontal“; ZDF am 28. 11. 2000
Tödliche Diagnose Lupus“ lautete ein Bericht in der ZDF Sendung „Frontal“. Lupus erythematodes (LE) sei genauso tödlich wie Aids, hieß es. Vorgestellt wurden zwei schwerstbetroffene Patientinnen, die stationäre Chemotherapie erhielten. Diese Darstellung geht an der Lebensrealität der Betroffenen völlig vorbei. Rückt man die Autoimmunkrankheit LE in die Nähe gefährlicher Infektionen, beeinträchtigt das die Situation der Betroffenen.
Tatsächlich unterscheidet sich die Lebenserwartung LE-Kranker nicht mehr von der der Normalbevölkerung, wenn die Krankheit schnell erkannt und behandelt wird. Für die schwersten Formen (etwa fünf Prozent der Patienten) sind neue Therapien verfügbar, die der Erkrankung den lebensbedrohlichen Charakter nehmen. Für die große Mehrheit der Betroffenen sind jedoch keine Fortschritte in der Therapie erzielt worden. Bei vielen führt LE nach wie vor bereits im jugendlichen Alter zur Erwerbsunfähigkeit. Weitere Probleme bereiten die immer noch späte Diagnose und die medizinische Betreuung nach der Diagnose. Es gibt zu wenige niedergelassene internistische Rheumatologen. Reißerisch aufgemachte Beiträge wie dieser sind nicht geeignet, den Betroffenen zu helfen. Mit Blick auf die Quote schaden sie mehr, als sie nutzen.
Dipl.-Psych. Dorothea Maxin

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