ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2000Schweigepflicht: HIV-infizierte Menschen sind selbstbestimmt

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Schweigepflicht: HIV-infizierte Menschen sind selbstbestimmt

Dtsch Arztebl 2000; 97(51-52): A-3490 / B-2934 / C-2612

Terhorst, Tobias

Zu dem Leserbrief „Ungerechtfertigter jahrelanger Pflichtverstoß“ von Dr. med. Lothar Schmitt-Homann in Heft 45/2000:
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LNSLNS . . . Ein (Haus-)Arzt muss entscheiden: Ist sein HIV-infizierter Patient willens, „Safer-Sex“ zu praktizieren, so besteht kein nennenswertes Risiko für seine Partnerin. Sonst wäre die Erkrankung meldepflichtig. Demzufolge besteht kein Grund, die ärztliche Schweigepflicht zu brechen. Ist sein HIV-infizierter Patient nicht willens, „Safer-Sex“ zu praktizieren, besteht womöglich Kinderwunsch, somit die subjektive Notwendigkeit zum ungeschützten Sexualverkehr, besteht ein großes Risiko für seine Partnerin. Der (Haus-)Arzt muss im Aufklärungsgespräch mit dem HIV-Infizierten auf die möglicherweise tödliche Konsequenz für die Partnerin – und das neue Leben – hinweisen.
Entspricht der HIV-infizierte Patient nicht dem Rat des Arztes, erklärt er sich vielmehr willens, ungeschützten Verkehr zu haben, genau dann erst kann der Arzt eine Gefährdung der Partnerin annehmen, und genau dann erst kann er Schritte zur Aufklärung der Partnerin einleiten. Auch HIV-infizierte Menschen sind selbstbestimmt . . .
Dr. med. Tobias Terhorst, Schenkelstraße 11, 52349 Düren
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