ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2000Allensbach-Studie: Frauen sind oft schlechter versichert als Männer

Versicherungen

Allensbach-Studie: Frauen sind oft schlechter versichert als Männer

Dtsch Arztebl 2000; 97(51-52): [75]

rco

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LNSLNS Frauen legen einen größeren Wert auf einen ausreichenden Versicherungsschutz als Männer, setzen sich aber weitaus weniger mit finanziellen Fragen und speziell mit einer Absicherung der finanziellen Risiken auseinander. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie in Allensbach in einer Studie.
Entscheidungen über Versicherungsfragen sind offenbar in vielen Beziehungen eine Domäne des Mannes. Das gilt vor allem für Westdeutschland. In 61 Prozent der untersuchten Haushalte entscheidet der Mann über den Abschluss und die Ausgestaltung des Versicherungsschutzes, in nur 22 Prozent trifft die Frau eine solche Entscheidung. Auch in Ostdeutschland entscheidet meist ein Partner allein, welche Versicherungen abgeschlossen werden. Allerdings sind hier Männer und Frauen mit jeweils 39 Prozent gleichermaßen wortführend. Gemeinsam wird im Osten in 22 Prozent der Haushalte entschieden.
Die der Studie zufolge ausgeprägte Neigung westdeutscher Frauen, den Versicherungsschutz ihrem Partner zu überlassen, führt im Fall einer Scheidung häufig zu Problemen und zu einer unbefriedigenden Absicherung der Frauen, ermittelte die Meinungsforscherin. So besitzen geschiedene westdeutsche Frauen deutlich weniger Lebensversicherungen als geschiedene Männer. Nur fünf Prozent der Frauen haben eine Lebensversicherung über mehr als 50 000 DM. Auch ostdeutsche Frauen besitzen im Durchschnitt weniger Versicherungen als ihre Männer. Der Abstand sei aber bei weitem nicht so groß wie in Westdeutschland: Dort haben 59 Prozent der Männer, aber nur 43 Prozent der Frauen persönlich eine Lebensversicherung. In Ostdeutschland ist das Verhältnis 52 Prozent zu 46 Prozent.
Nicht nur in Bezug auf den Versicherungsbesitz, sondern auch in Bezug auf die Kenntnisse über Versicherungsangebote und weitergehende Einzelheiten ist, nach Köchers Recherchen, in Westdeutschland ein größerer Rückstand der Frauen gegenüber den Männern festzustellen als in Ostdeutschland. Generell lasse sich sagen, dass Frauen sich weniger mit wirtschaftlichen Fragen auseinander setzen als Männer und auch Wirtschaftsinformationen anders nutzen. rco
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