ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1996Rezeptformulare: Schwachsinn

SPEKTRUM: Leserbriefe

Rezeptformulare: Schwachsinn

Schneider, Stephan

Zu den neuen Rezeptformularen für den Sprechstundenbedarf
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LNSLNS Heute habe ich einen hübschen Stapel neuer Rezeptformulare erhalten, die nur für die Verordnung von Sprechstundenbedarf verwendet werden dürfen. Da ist wieder einmal alles anders als bisher, der Rezeptkopf wurde verändert, die Krankenkassennummer ist jetzt neunstellig (statt bisher siebenstellig), der Arztstempel muß auf die Rückseite, und ob man vorne oder hinten unterschreiben darf/soll/muß, ist völlig unklar, denn auf dem Formular steht vorne, auf dem Begleitschreiben dagegen hinten. Die einzige teilweise sinnvolle Änderung daran ist, daß jetzt sieben statt bisher nur drei Zeilen zur Verfügung stehen, aber das dürfte im Normalfall auch nicht reichen. Die Softwarehäuser wurden übrigens erst am 20. Juni darüber informiert, haben angesichts der zahlreichen EBM-Änderungen sowieso nichts zu tun und freuen sich daher über die zusätzliche Möglichkeit, ihren kargen Verdienst zu erhöhen.
Haben denn die KV-Funktionäre nichts Besseres zu tun, als solch einen Schwachsinn mit den Kassen zu vereinbaren, schon wieder ein neues Stück Papier ohne Wert, aber mit Kosten. Ich warte jetzt nur noch auf Formulare zur Verordnung eines Ganges zur Toilette (bitte ankreuzen: "klein", "groß" und "dringend"), die fehlen uns noch, und zwar ebenfalls "dringend"!
Dr. med. Stephan Schneider, Maxstraße 52, 95444 Bayreuth
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