ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2001Neonazismus: Wir sind auch was wert

BRIEFE

Neonazismus: Wir sind auch was wert

Dtsch Arztebl 2001; 98(1-2): A-30 / B-21 / C-21

Ramig, Waldemar

Bittere Erfahrungen
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LNSLNS Die braune Pest in Form von Neonazismus verbreitet sich in Deutschland . . . Selbst die . . . Ärzteschaft ist zur Zeit in Deutschland nach meiner Erfahrung fremdenfeindlich gestimmt. Ich als Wolga-Deutscher erlebe es an meiner eigenen Haut immer wieder. Ein Beispiel: Ich wurde auf eine Intensivstation zum Übersetzen gerufen. Ein Russe, der kein Deutsch sprechen konnte, erzählte auf Anfrage bei der Visite, dass er in einer Diskothek mit einem Messer angestochen worden sei. Nachdem ich es übersetzte, fragte mich der Chefarzt einer operativen Abteilung, ob ich auch bei diesem Geschehen dabei war. Und solche mehr oder weniger eindeutige Seitenhiebe erlebt man immer wieder. Besonders bitter ist das für Wolga-Deutsche, die in Russland im Zweifelsfall immer schuld waren, weil sie eben mit den Urhebern von zwei Weltkriegen verwandt sind. Hier in Deutschland bekommen sie Prügel, weil sie aus Russland kommen.
Keiner von uns will hier Sonderrechte . . . Wir wollen bloß nicht, dass wir von oben herab behandelt werden.
Dr. med. Waldemar Ramig, Berthold-Dege-Weg 19, 38644 Goslar
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