ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2001Sterbehilfe: Gesprächshauptthema

BRIEFE

Sterbehilfe: Gesprächshauptthema

Dtsch Arztebl 2001; 98(1-2): A-28 / B-24 / C-26

Wendtland, Klaus

Zu dem Leserbrief „Herbeigeredet“ von Dr. Gottlob Flier in Heft 40/2000:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Als über 80-jähriger Arzt, 17 Jahre außer Dienst, bin ich ärztlich fast inkompetent, aber als alter Normalbürger und Patient kompetenter geworden. Herbeigeredet, lieber Herr Kollege, ist hier nichts. In meinem sehr großen Verwandten- und Bekanntenkreis, zumeist im hohen Alter wie ich, ist die Sterbehilfe das Gesprächs-Hauptthema. Jeder ohne Ausnahme weiß über Fälle von unglaublicher ärztlicher Aktivität bei Sterbenden zu berichten, einschließlich großer Operationen, Wiederbelebungsversuchen, Astronautenkost, obwohl jeder nur in Ruhe ohne Qualen sterben möchte. Glaubt man im Kreis der heute aktiven Ärzteschaft wirklich, dass ein Patient gegenüber Ärzten, vor allem gegenüber denen, die sie kaum kennen, sich ehrlich und offen äußert, wenn er ständig die offiziellen Verlautbarungen der Ärzteschaft und der Parteien lesen und hören muss einschließlich der Unterstellungen, die man sich gegenüber niederländischen Ärzten erlaubt? Umfragen sind anonym und ehrlicher. Der fehlende Einspruch schwer Leidender, gar Sterbender gegen ärztliche Maßnahmen ist nicht die Meinung der Patienten, sondern Folge einer gewissen Resignation, auch wohl Unsicherheit, gar Angst vor dem weißen Kittel.
Dr. med. Klaus Wendtland, Hervester Straße 6, 45768 Marl
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema