ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1996Vergangenheit: Aufrichtig nach beiden Seiten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Vergangenheit: Aufrichtig nach beiden Seiten

Reuß, Dieter

Zu dem Leserbrief "Verdrängnis und Verleugnung" von Dr. med. Siegmund Drexler in Heft 22/1996, der sich auf den Brief "Ich habe verziehen . . ." von Dr. Adelheid Meyer-Diesch in Heft 17/1996 bezog
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LNSLNS . . . Wenn die Kollegin Meyer-Diesch die Größe aufbringt, das Unrecht, das Deutsche erlitten haben (und sie selber wohl auch), zu verzeihen, so ist darin nichts Verwerfliches zu sehen. Im übrigen kann die vielbeschworene Vergangenheitsbewältigung, wenn überhaupt, nur gelingen bei rückhaltloser Aufrichtigkeit nach beiden Seiten. Ein Wort dazu eines neutralen Beobachters aus dem Ausland, des estnischen Staatspräsidenten Lennart Mer, sollte man nicht einfach übergehen: "Deutschland ist eine Art CanossaRepublik geworden, eine Republik der Reue. Aber wenn man die Moral zur Schau trägt, riskiert man, nicht ernst genommen zu werden. Als Nichtdeutscher erlaube ich mir die Bemerkung: Man kann einem Volk nicht trauen, das sich rund um die Uhr in intellektueller Selbstverachtung übt. Um glaubwürdig zu sein, muß man auch bereit sein, alle Verbrechen zu verurteilen, überall in der Welt, auch dann, wenn die Opfer Deutsche waren oder sind . . ."
Das sind, wohlgemerkt, keine Worte eines "Faschisten".
Dr. med. Dieter Reuß, Neckarstraße 61, 73329 Kuchen
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