ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2001Universum Science Center: Dinosaurier in einer Urlandschaft

VARIA: Feuilleton

Universum Science Center: Dinosaurier in einer Urlandschaft

Dtsch Arztebl 2001; 98(1-2): A-51 / B-47 / C-47

Scheiper, Renate V.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Das Erlebniszentrum in Bremen lässt Wissenschaft begreifbar werden.


Über eine schmale Brücke betritt man eine Art Raumkapsel. Die Tür schließt sich. Mit Rumpeln und Rütteln beginnt der imaginäre Flug von der Erde durch das Sonnensystem, durchs Zentrum der Milchstraße bis zu fernen Galaxien. Es ist eine rasend schnelle Reise in die Vergangenheit, 15 Milliarden Jahre zurück. Dann erleben die Besucher mit entsetzlichem Getöse den Urknall. Der Boden schwankt. Weißer Rauch im flackernden Licht. Endlich öffnet sich eine Tür. Jetzt breitet sich das unendliche Panorama der Sterne aus, ein riesiger Sternenhimmel, der durch eine fantastische Spiegelinstallation Unendlichkeit vortäuscht. Bei einem Blick in ein Fernrohr erlebt man in dreidimensionalen Bildern, wie sich Milchstraßen begegnen und miteinander verschmelzen, wie aus kosmischen Nebeln neue Sterne entstehen. Später schleichen Dinosaurier durch eine Urlandschaft, und noch später folgt ein Meteoriten-Einschlag, der diese Giganten aussterben lässt.
Mindestens einen halben Tag braucht man, um auch nur einen Teil selbst erleben und ausprobieren zu können in dem erst im September eröffneten Mach-mit-Universum in Bremen, das auch äußerlich die Besucher in Erstaunen versetzt. Es hat die Form eines gigantischen Fisches mit Tausenden von Silberschuppen, der sich aus dem Wasser erhebt mit einem leicht geöffneten Maul. Was wie Zähne aussieht, sind die senkrechten Stahlteilungen der Fenster. Hinein geht man über eine Brücke seitlich in den Leib des Fisches und befindet sich in der unteren, der Informationsebene mit Cafeteria und Souvenirshop. Von dort unten beginnen drei verschiedene, farblich markierte Expeditionen über drei Etagen in Sachen „Erde“, „Mensch“ und „Kosmos“.
Jeder kann experimentieren, inszenieren, ausprobieren. Und immer wieder staunen. Auf der Expeditionsbahn „Erde“ fabrizieren in einem Glaskasten Vater und Sohn durch selbst gelenkten Luftstrahl bizarre Sanddünen, die dann tatsächlich durch geschicktes Regulieren des Windstrahles anfangen zu wandern. Im Bereich „Klima und Wetter“ kann man den Verlauf eines Tornados ändern, indem man die Hand in den rüsselartig sich aus tiefschwarzen Wolken herabwirbelnden Luftstrom hält.
Die Expedition „Mensch“ beginnt in einer großen, begehbaren, aus weichem Material bestehenden Gebärmutter mit schummrigen Nischen, in die sich Kinder sofort hineinkuscheln. Leichtes Glucksen simuliert die umgebende Flüssigkeit. Auf drei Monitoren ist im Zeitraffer das Wachstum eines Embryos zu sehen. Er schwebt im Wasser wie ein Astronaut, der im All durch eine Schnur mit seinem Raumschiff verbunden ist. Gleich nach der Geburt beginnen die Sinne zu arbeiten wie Hören, Riechen, Fühlen. Töne sind wellenförmige Bewegungen der Luft.
Weitere Höhepunkte sind Live-Übertragungen von Polarexpeditionen und Forschungsschiffen des Alfred-Wegner-Institutes Bremerhaven, deren Schiff „Polarstern“ jetzt wieder mit Forschungsaufträgen in der Antarktis unterwegs ist, und man kann miterleben, wie eine Tiefseebohrung funktioniert. Renate V. Scheiper


Außenansicht vom Universum
Science Center Bremen


Informationen: Eintrittspreise Universum: Erwachsene 16 DM, ermäßigt (für Kinder ab 6 Jahre, Schüler, Behinderte, Studenten, Auszubildende, Wehrpflichtige, Zivildienstleistende) 10 DM. Kinder unter 6 Jahren frei. Öffnungszeiten: tägl. 10 bis 19 Uhr, mittwochs 10 bis 21 Uhr. Der sehr informative Besucherkatalog kostet 15 DM. Informations-Hotline: 0 18 05/10 10 30 (24 Pf./ Min.). Weitere Auskünfte: Universum Science Center Bremen, Fahrenheitstraße 6, 28359 Bremen, Telefon: 04 21/3 34 60, Fax: 3 34 61 09. Anreise: Ab Hauptbahnhof mit der Straßenbahn 6 Richtung Universität 10 Minuten bis „Wiener Straße“. Mit dem PKW von der A 27 Bremen – Bremerhaven Abfahrt „Universität“, dann zwei Minuten bis zu den Parkplätzen beim Universum.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema