ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2001Weißdorn-Spezialextrakt: Gegen Herzinsuffizienz mit begleitender KHK

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Weißdorn-Spezialextrakt: Gegen Herzinsuffizienz mit begleitender KHK

Dtsch Arztebl 2001; 98(1-2): A-53 / B-47 / C-46

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Die Wirksamkeit ist klinisch dokumentiert.


Chronische Herzinsuffizienz (CHI) auf dem Boden einer koronaren Herzkrankheit (KHK) mit Zustand nach einem oder mehreren Infarkten oder diffuser globaler Ischämie ist mit einer Fünfjahresletalität von rund 50 Prozent belastet. Unabhängig von der Ätiologie der CHI senkt die Gabe von Digitalis-Präparaten, ACE-Hemmern, AT1-Rezeptorblockern, Spironolacton-Diuretika oder von Betarezeptorenblockern die Mortalität. Sie gelten daher als Medikamente im Sinne der Evidence Based Medicine, erinnerte Prof. Christian J. F. Holubarsch (Freiburg) bei einer Konferenz der Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel in München.
Spironolactone sind die einzigen Diuretika, für die ein lebensverlängernder Effekt nachgewiesen werden konnte. Betablocker wie Carvendilol senken selbst bei CHI in den Stadien III und IV die Gesamtmortalität deutlich. ACE-Hemmer sind in allen Stadien der CHI indiziert. Digitalis-Präparate sind ebenfalls in allen Stadien sinnvoll, wenn Vorhofflimmern auftritt, sonst ab NYHA II bis III. Betarezeptorenblocker fänden ihren Einsatz in der Regel ab NYHA II bis III und Diuretika ab NYHA II, so Prof. Herbert Rusche (Bochum).
Als effektives Kardiakum gegen CHI mit KHK bezeichnete Prof. Michael H. R. Habs (Karlsruhe) den Weißdorn-Spezialextrakt WS 1442. Er ist der Wirkstoff von Crataegutt® novo 450. Dieses Präparat ist zur Behandlung der CHI Stadium NYHA II zugelassen. Seine Wirksamkeit ist in klinischen Untersuchungen dokumentiert. In einer Studie von 1999 wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit von WS 1442 unter den Bedingungen der niedergelassenen kardiologischen Praxis an 101 Patienten mit CHI im Stadium NYHA II überprüft. Die Verbesserung der Herzleistung und deren Öko­nomi­sierung zeigen sich in einer Reduktion des Blutdrucks, im Anstieg der maximalen Arbeitstoleranz, einer Senkung der Druck-Frequenz-Produkt-Differenz sowie einer Erhöhung der echokardiographisch ermittelten Ejektionsfraktion.
Die stabilisierende Wirkung von WS 1442 auf die Herzfunktion wird in der Reduktion der Frequenz in Ruhe und dem Anstieg an tags und nachts normofrequenten Patienten deutlich, wie das Langzeit-EKG auswies. Aufgrund der nach 24 Wochen Behandlung seltener auftretenden ST-Strecken-Senkungen, Rhythmusstörungen und ventrikulären Extrasystolen bei maximaler Belastung muss eine Verbesserung der Myokard-Durchblutung angenommen werden.
Die bisherigen Ergebnisse der pharmakologischen und klinischen Studien waren Anlass, die erste Survival-Studie mit einem Phytopharmakon durchzuführen. Im Rahmen der im November 1998 begonnenen internationalen SPICE-Studie (Survival and Prognosis Investigation of Crataegus Extract WS 1442 in CHF) werden Patienten mit Herzinsuffizienz der Stadien II und III nach NYHA zwei Jahre lang mit dem Weißdorn-Spezialextrakt behandelt. Die Studienergebnisse sind für das Jahr 2003 zu erwarten. Da es sich um eine Doppelblindstudie handelt, ist keine Zwischenauswertung vorgesehen.
In einer prospektiven Kohortenstudie sollen auch Lebensqualitäts- und Wirtschaftlichkeitsaspekte der Behandlung von Patienten mit CHI im Stadium NYHA II mit Crataegutt novo 450 unter Berücksichtigung einer begleitenden KHK analysiert werden. Wie Prof. Reinhard Rychlik (Burscheid) berichtete, werden zwei Kohorten verglichen: In der ersten ist der Spezialextrakt Bestandteil der Herz-Kreislauf-Medikation des behandelnden Arztes. In der zweiten sind Patienten zusammengefasst, in deren Behandlung weder Weißdorn-Spezialextrakt noch ein anderes pflanzliches Arzneimittel verwendet wird. In der ersten Kohorte kann Crataegutt novo 450 sowohl als Mono- als auch in Kombinationstherapie verordnet werden.
In der Kohortenstudie werden bundesweit 1 000 Patienten mit Herzinsuffizienz im Stadium NYHA II mit gleichzeitiger KHK bei etwa 200 niedergelassenen Allgemeinärzten und Internisten behandelt. Der Beobachtungszeitraum beträgt ein halbes Jahr je Patient. Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden die teilnehmenden Ärzte lediglich Patienten einer Kohorte dokumentieren. Siegfried Hoc
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