ArchivDeutsches Ärzteblatt36/1996Amalgam-Studie: Langfristig eingelagert

SPEKTRUM: Leserbriefe

Amalgam-Studie: Langfristig eingelagert

Keils, Jochen

Zu dem Beitrag zur Tübinger Amalgam-Studie "Speichelanalysen eignen sich nicht zur Bewertung der Quecksilberbelastung" von Prof. Dr. med. Rainer Schiele in Heft 22/1996
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LNSLNS Die Tatsache, daß Amalgamfüllungen absolut instabil sind und täglich ins System wandern, dürfte nun wirklich kein Thema mehr sein. Dies wurde durch die Tübinger Studie erneut unterstrichen. Quecksilberdämpfe sowie organische Hg-Verbindungen passieren problemlos die Blut-Hirn-Schranke und werden in jedes Körperorgan langfristig eingelagert. Anorganisches Quecksilber wird zum Teil durch Mund- oder Darmbakterien in organisch gebundenes Quecksilber umgewandelt und wirkt somit ebenfalls toxisch. Insbesondere korrodiert Amalgam auch im Inneren des Zahnes, wodurch das Giftmetall Quecksilber direkt ins Blut- und Lymphsystem gelangt, ohne daß irgendwelche Schutzmechanismen wirksam werden könnten!
Da Quecksilber als Zellgift intrazellulär gespeichert wird (meist lebenslang), taucht es weder im Blut noch im Urin in nennenswerten Konzentrationen auf. Wenn also von Blut- oder Urinanalysen auf die Quecksilberbelastung des Körpers geschlossen werden soll, so ist dies reiner Unfug und zeugt allenfalls von der Unerfahrenheit des Untersuchers.
Nur durch Provokationstests (zum Beispiel DMPS-Test) läßt sich die systemische Quecksilberbelastung (indirekt) anzeigen.
Entscheidend aber ist nach wie vor die individuelle Reaktionsweise der Patienten . . .
Dr. med. Jochen Keils, Talsperrenstraße 66 a, 53881 Euskirchen-Kirchheim
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