ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2001Erwerbsunfähigkeit: Private Vorsorge jetzt noch wichtiger

Versicherungen

Erwerbsunfähigkeit: Private Vorsorge jetzt noch wichtiger

Dtsch Arztebl 2001; 98(1-2): [79]

EB

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LNSLNS Andere gesetzliche Rahmenbedingungen gelten seit dem 1. Januar für Arbeitnehmer, die wegen einer Erkrankung ihren Beruf nicht mehr ausüben können oder arbeitsunfähig werden: Zu Jahresbeginn wurde die gesetzliche Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente durch eine zweistufige „Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit“ ersetzt. Anspruch auf volle Leistungen haben jetzt nur noch Personen, die aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden täglich einer Arbeit nachgehen können. Eine halbe Erwerbsminderungsrente erhält, wer täglich noch drei bis sechs Stunden arbeiten kann. Andere Versicherte gehen leer aus.
Weggefallen ist zum 1. Januar auch der so genannte Berufsschutz. Wer berufsunfähig wird, wie zum Beispiel ein Bäcker mit Mehlstaub-Allergie, erhält keine Leistungen mehr. Dies wird damit begründet, dass sich der Betroffene auch einen anderen Beruf suchen könnte. Um die Auswirkungen dieser neuen Regelung in der Einführungsphase etwas abzufedern, hat die rot-grüne Bundesregierung aber festgeschrieben, dass Arbeitnehmer, die bei In-Kraft-Treten des Gesetzes das 40. Lebensjahr vollendet hatten, immerhin eine halbe Erwerbsminderungsrente erhalten, wenn sie berufsunfähig werden.
Wichtiger als zuvor wird durch das neue Gesetz eine private Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit. Darauf weist die Signal Iduna hin, die seit dem 1. Juli 2000 einen speziellen Tarif gegen Berufsunfähigkeit anbietet. Ein Berufsunfähigkeitsschutz wird auch von anderen Lebensversicherungen angeboten, und zwar entweder als selbstständige Police oder als Zusatzschutz zu einer Lebensversicherung. Vom Eintritt des Versicherungsfalles an zahlt die Versicherung eine Rente, wohingegen die Beitragszahlung entfällt. In der Regel wird die Rente bis zum 65. Lebensjahr gezahlt, wenn der Anspruch auf eine gesetzliche Altersrente beginnt.
Schon vor Einführung des neuen Gesetzes waren die Rentenleistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung um ein Drittel niedriger als aus der Erwerbsunfähigkeitsrente. Privater Versicherungsschutz für das Risiko der Berufsunfähigkeit war daher schon bisher sinnvoll. Für jüngere Arbeitnehmer und Berufseinsteiger wird er nun gänzlich unverzichtbar, damit auch im Fall verminderter Fähigkeit zur Ausübung des erlernten Berufs das Einkommen gesichert ist. EB
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