ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2001Versicherte Tiere: Gleichstellung mit Menschen

Versicherungen

Versicherte Tiere: Gleichstellung mit Menschen

Dtsch Arztebl 2001; 98(1-2): [79]

rco

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LNSLNS Der Halter einer Schäferhündin suchte 26-mal den Tierarzt auf, was seiner Tierkrankenversicherung teuer zu stehen kam. Sie musste in sieben Monaten 7 698 DM erstatten. Als bei der Versicherung knapp ein Jahr später wieder eine Rechnung einging, kündigte sie den Versicherungsvertrag, der eigentlich noch 14 Monate hätte laufen sollen. Der Hundebesitzer ließ sich dies nicht gefallen und ging vor Gericht, um zu klären, ob die Kündigung rechtens war.
Der Richter konnte im Versicherungsvertragsgesetz für die Tierkrankenversicherung zwar keinen passenden Abschnitt finden, meinte aber, dass für Tiere als Lebewesen die Grundsätze der Kran­ken­ver­siche­rung heranzuziehen seien. Demnach kann eine Kran­ken­ver­siche­rung nicht kündigen, wenn sich die Versicherungsfälle häufen.
Wer eine Tierkrankenversicherung abschließe, wolle vor allem für die Zeit vorsorgen, in der das Haustier älter und häufiger krank werde. Angesichts der gewachsenen Zuneigung wolle der Halter dem Tier, unabhängig von seinem Wert, gerade im Alter die bestmögliche Pflege zukommen lassen. Wenn die Versicherung aus diesem Grunde vorzeitig kündigen könnte, würde deshalb das Hauptmotiv des Versicherungsnehmers für den Abschluss des Vertrages enttäuscht. Die Versicherung musste bis zum ursprünglich vereinbarten Vertragsende weiterzahlen. (Az.: 506 C 9694/ 97, AG Hannover) rco
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