ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2001PKV: Kein Geld für Luxuszähne

Versicherungen

PKV: Kein Geld für Luxuszähne

Dtsch Arztebl 2001; 98(1-2): [78]

rco

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LNSLNS Da streikte die Versicherung: Nachdem ein Zahnarzt einen Kostenvoranschlag vorgelegt hatte, der 17 549,88 DM für zahnärztliche Leistungen und 8 911,96 DM für Fremdlabor vorsah, präsentierte er dem Patienten nach der Behandlung sehr viel höhere Rechnungen – 20 752,74 DM für seine eigene Arbeit und für zahntechnische Leistungen im eigenen Labor 28 623,09 DM. Die private Kran­ken­ver­siche­rung zahlte nur 25 336,87 DM, der Patient forderte in einem Rechtsstreit weitere 14 363,79 DM.
Die Klage blieb erfolglos: Der Versicherungsnehmer erhalte nicht die Kosten einer Luxusbehandlung erstattet. Zu ersetzen seien nur die Kosten für die Fertigung eines Zahnersatzes in guter Qualität, so das Gericht. Bei der Beurteilung, was medizinisch notwendig sei, spielten auch Kostengesichtspunkte eine Rolle; vor allem dann, wenn es mehrere gleichwertige Behandlungsmethoden gäbe.
Im zu entscheidenden Fall stellten Sachverständige bei den Kosten eine „exorbitante“ Abweichung nach oben fest. Denn Vergleichsangebote für zahntechnische Leistungen lagen um 10 000 DM niedriger. Ob die in Rechnung gestellten Kosten (einschließlich Unternehmergewinn) tatsächlich entstanden seien, sei weder dargelegt noch nachgewiesen. Der Zahnarzt habe sich bei der Ermittlung der Kosten des Eigenlabors auch nicht an die bundeseinheitliche Benennungsliste des Zahntechnikerverbandes angelehnt. Nur dann müssten in der Regel die errechneten Kosten von der Versicherung hingenommen werden. Die zur Erstattung eingereichte Laborrechnung des Zahnarz-tes wurde daher auf 16 609,74 DM gekürzt, und der Patient musste die restlichen Kosten übernehmen. (Az.: 5 U 168/ 96, OLG Köln) rco


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