ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2001Ambulante Versorgung: Feste Preise und Risikobezug

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Ambulante Versorgung: Feste Preise und Risikobezug

Dtsch Arztebl 2001; 98(3): A-68 / B-56 / C-56

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LNSLNS Neue Honorarverträge in Bayern und Niedersachsen mit Signalwirkung

Die bayerischen Kassenärzte können ihre Leistungen für Versicherte von Betriebskrankenkassen nach festen Punktwerten abrechnen. Das sieht ein neuer Honorarvertrag der KV Bayerns mit dem BKK-Landesverband vor. Der Vertrag gilt rückwirkend ab Juli 2000 und ist bis Mitte Juni 2001 befristet. Hausärzte haben danach einen Punktwert von 8,5 und Fachärzte von 7,5 Pfennig. Psychotherapeutische Leistungen werden mit 8,25 Pfennig vergütet.
Der Vertrag kommt der von vielen Ärzten geforderten Einzelleistungsvergütung sehr nahe; er hat aber eine Ausgabenobergrenze. Wird diese überschritten, muss der Überschreitungsbetrag durch Einsparungen in der Folgezeit ausgeglichen werden. Man habe, so die Betriebskrankenkassen, feste Punktwerte akzeptiert, weil die bisherigen Kopfpauschalen, die auf den Leistungsausgaben von 1991 basieren, den Leistungsbedarf nicht mehr widerspiegelten.
Im Hinblick auf die Kopfpauschalen sind auch in Niedersachsen bemerkenswerte Verträge geschlossen worden – allerdings mithilfe des Schiedsamtes. Der Vertrag der KV mit den Betriebskrankenkassen sieht eine Vergütung nach Risikoprofilen der Versicherten vor. Dasselbe Schiedsamt setzte wenig später eine vergleichbare Regelung zwischen der KV und der AOK fest. Für die Ärzte bedeutet dies im Fall der BKK weniger Honorare, bei AOK-Versicherten hingegen deutlich mehr. Allerdings dürfte keiner der Verträge zum Tragen kommen, denn das niedersächsische Ge­sund­heits­mi­nis­terium hat den Abschluss mit den Betriebskrankenkassen beanstandet. Es verlangt eine Vergütung nach den bisherigen Kopfpauschalen. Dem AOK-Vertrag dürfte ein ähnliches Schicksal drohen.


Gitta Trauernicht, niedersächsische Ge­sund­heits­mi­nis­terin
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