ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2001Arbeitszeitgesetz: Horrorvisionen sind fehl am Platz

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Arbeitszeitgesetz: Horrorvisionen sind fehl am Platz

Dtsch Arztebl 2001; 98(3): A-96 / B-80 / C-78

Tibussek, Daniel

Zu dem Leserbrief „Gefahr für Patient und Arzt nicht erkannt“ von Dr. med. Markus J. Wagner, der sich auf den „Seite eins“-Beitrag „Bereitschaft ist Arbeit“ von Thomas Gerst in Heft 41/2000 bezog:
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LNSLNS Gerne vernimmt man dieser Tage Stimmen, die feststellen, dass sich das deutsche Bereitschaftsdienstmodell „bewährt“ habe. Auch das Stichwort „Schichtdienstmodell“ als Mittel zur Umsetzung der neuen Gesetzgebung entwickelt sich zu dem Schreckgespenst schlechthin. Kaum zu glauben! Wie kann sich ein Modell „bewährt“ haben, das einem Menschen abverlangt, 24 und mehr Stunden körperlich und mental „bereit“ zu sein, so zum Beispiel Notfälle zu versorgen. Belegt ist, dass mangelndes Personal und zu hohe Dienstbelastung mit einer erhöhten Mortalität der Patienten einhergehen.
Die natürlichen Grenzen der menschlichen Belastbarkeit berücksichtigend, erkennt man die Stärke eines mit Fantasie gestalteten
Schichtmodells. Was sich dabei nicht änderte, wäre die bisherige Arbeit der Stationsärzte. Lediglich die Bereitschafts-Arbeit würde auf einen Spät- und einen Nachtdienst zum Beispiel wochenweise verteilt. Dies träfe einen in unserer Klinik alle zehn Wochen. Deshalb halte ich Horrorvisionen bezüglich „Schichtarbeit“ für völlig fehl am Platze, denn erreichen würden wir ausgeschlafene Ärzte und einen erheblichen Zugewinn an Kontinuität durch Wegfall des „Frei nach Dienst“. Dies berichten einheitlich Kliniken mit derartigen Schichtmodellen. Andere Modelle sind denkbar, und die Fantasie aller Krankenhausärzte ist gefragt, um eine Umsetzung im Sinne der Patienten und Ärzte zu sichern.
Dr. med. Daniel Tibussek, Peter-Bauer-Straße 3, 50823 Köln

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