ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2001Prüfen bis zum bitteren Ende

BRIEFE

Prüfen bis zum bitteren Ende

Dtsch Arztebl 2001; 98(3): A-98 / B-84 / C-84

Grundmann, E. W.

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LNSLNS Otto Zierer hat mit seinem Artikel „Noch Handlungsbedarf für ärztliche Praxen“ (Heft 34–35/2000) eine Lawine der Verwirrung ausgelöst. Leserbriefautor Torsten Beckel (Heft 46) kontert, alle elektrischen Geräte und nicht nur Endgeräte müssten geprüft werden. Was gibt es außer Endgeräten noch für elektrische Geräte? Antonius Spier (Heft 46) offenbart, dass die „Endgeräte“ gar nicht so heißen, sondern „elektrisch betriebene Betriebsmittel“. Ferner läge Zierer falsch, nur Medizinprodukte ohne regelmäßige Wartungspflicht der BGV A2 zu unterwerfen. Das hat Zierer gar nicht behauptet; vielmehr geht er davon aus, dass diese sowieso nach anderen Regeln dauernd geprüft (und ggf. gewartet) werden, also nicht noch einmal von der Prüfkraft fürs Allgemeine gegengeprüft werden müssen.
Nach Zierer muss jedes elektrische End- oder Betriebsmittel alle vier Jahre geprüft werden, nach Beckel wesentlich öfter, und zwar so oft, dass man eine Störung erkennen kann. Preisfrage: Wie oft muss die Stehlampe geprüft werden, um den Ausfall der Birne rechtzeitig zu erkennen? Spier sagt, dass die Bezeichnung „Elektrofachkraft“ nicht zu Prüfung und Wartung an Medizinprodukten befähigt; wohlgemerkt, es geht um die Maschinen, die nicht sowieso vom Hersteller oder vereidigten Sachverständigen turnusmäßig vorgenommen werden, zum Beispiel um die Rotlichtlampe. Welchen Spezialingenieur soll man dafür einfliegen? Ferner warnt Spier davor, die BG-Vorschriften zur Dispens von anderen Prüfvorschriften zu missbrauchen. So habe ich Zierer nicht verstanden. Er sagt allerdings, dass die Schreibtischlampe, die der unversicherte Betriebsinhaber allein betreibt (unter striktem Verbot für die Putzfrau), nicht im Prüfinteresse der BG liegt.
Beckel wiederum wirft Zierer vor, die Auflistung medizinischer Geräte zur fakultativen Sache gemacht zu haben, wo sie doch Pflicht sei. Zierer empfahl dagegen, die nichtmedizinischen Geräte zu listen, um die Arbeit des Elektrikers zu beschleunigen, also quasi die Stehlampenliste. Die ist nämlich erstaunlicherweise im kontrollwütigen Deutschland noch nicht Pflicht.
Am Ende bleiben offene Fragen. Müssen elektrisch betriebene End-Glühbirnen, die vor vier Jahren auf Vorrat gekauft wurden, nach vier Jahren und einem Tag von der Elektrofachkraft geprüft werden. Oder früher? Und ist es nun wirklich DIN VDE 750/751 oder DIN VDE 105-100 Abschnitt 5.3? Vielleicht melden sich noch mehr Ratgeber. Dem Leser geht es wie der Grete im Limerick:


Frau Griet riet der Frau Grete,
was sie, wenn sie sie wäre, täte.
Frau Ruth riet ihr, sie,
wär sie sie, tät es nie.
Nichts ist so schlimm wie zwei Räte.


Dr. E. W. Grundmann, 93133 Burglengenfeld
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