ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2001Anlagealternativen: Genuss ohne Reue?

VARIA: Schlusspunkt

Anlagealternativen: Genuss ohne Reue?

Dtsch Arztebl 2001; 98(3): [144]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Nun ist es also genau so gekommen wie befürchtet. In meinem letzten Beitrag hatte ich meinen Eindruck geäußert, dass die ausbleibende Jahresendhausse kein gutes Indiz für einen guten Auftakt in den Januar darstelle.
Genau besehen kam es noch dicker. Der neue Markt fiel Tag um Tag in dicken Prozentschüben so tief, dass in der Tat von Panikverkäufen gesprochen werden kann. Auch der DAX als Index für die führenden deutschen Standardwerte konnte sich dem Abwärtstrend zwar entgegenstemmen, aber für eine nachhaltige Erholung reichte es eben doch nicht. Wer sich dem ganzen Drama um Aktien und Kurse rauf und runter sowie Nerven am Boden oder himmelhoch jauchzend nicht mehr stellen will, der ist mit alternativen Formen der Geldanlage wie zum Beispiel dem sicheren Hafen der festverzinslichen Wertpapiere bestens aufgehoben.
Pfiffige Anleger stoßen auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zuweilen auf Genussscheine. Und da sind sie durchaus auf der richtigen Fährte. In Deutschland werden rund 400 Genussscheine börslich gehandelt. Das Problem: Es gibt solche und solche. Die einen sind sicher und die anderen mehr spekulativ (wie etwa der GS von Drägerwerke).
Der Anleger kann sich also in der Regel kein klares Bild über die so genannte „Ausstattung“ der Genussscheine verschaffen. Als Faustformel gilt: Genussscheine, deren Ausschüttung an den Aktienkurs der Aktie gekoppelt sind oder vom Unternehmensgewinn (oder Verlust) abhängen, sind eher mit Vorsicht zu genießen, weil spekulativ.
Für mich sind als sichere Form der Geldanlage in diesem Bereich demnach nur Genussscheine von erstklassigen Adressen interessant, die einen klaren Rentencharakter aufweisen, also eine fest vereinbarte Verzinsung haben und mit einem Nachzahlungsanspruch versehen sind, falls einmal die Ausschüttung ausfallen sollte.
Ach ja, sind diese Genussscheine aber eigentlich attraktiver als etwa Bundesanleihen? Sie sind in der Tat mit einem höheren Zinskupon als die „normalen“ Festverzinslichen ausgestattet, weil das Unternehmen Steuervorteile hat, wenn es Genussscheine emittiert. Dieser Vorteil wird an die Anleger teilweise weitergegeben und liegt gut ein Prozent über der Rendite von Bundesanleihen.
Es kommt aber, wie gesagt, sehr auf die Auswahl an. Nur dann ist Genuss ohne Reue möglich.



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Genuss ohne Reue
Gegen Einsendung eines frankierten (DM 1,10) und an Sie selbst adressierten Rückumschlages erhalten Sie von Börsebius eine
Liste ausgewählter Genussscheine. Schreiben Sie an Diplom-Ökonom Reinhold Rombach, Postfach 50 15 14 in 50975 Köln, Stichwort Genussscheine. Die kostenlose Liste ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.
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